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Forum : Einheiten (1914-18)


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Landsturm-Infanterie-Bataillon 52 Hagen
Abgesandt von Ralf am 26.12.2019 - 16:18:

Liebe Expertinnen und Experten,
während der Feiertage habe ich mich mit meinem Großvater beschäftigt, der Soldat des WK I war. Gesichert ist, dass er bis mindestens Juni 1916 Musketier des Infanterie-Regiments 53 und in das Gemetzel vor Fort Vaux involviert war. Die Geschichte dieser Einheit ist gut dokumentiert (Troilo 1924, Maillard 1939). Im Juni 1916 wurde er leicht verletzt, und danach verschwindet er zunächst im Nebel.
Er taucht dann von Dez. 1916 bis Feb. 1917 in Brüssel auf als Musketier des Landsturm-Infanterie-Bataillons 52 Hagen, zu dem ich leider keinerlei Informationen finde. Hat jemand Informationen zur Militärgeschichte dieses Landsturm-Bataillons? Kennt jemand Quellen?
Dank vorab!

Antwort von Heinrich am 27.12.2019 - 09:30
Hallo Ralf,
hast Du schon man schon den Versuch unternommen in dem Buch von Hermann Cron, Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkrieg 914-18 nach dem Batl. zu fahnden?
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Anfrage beim Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Potsdam.
Viel Glück,
Heinrich

Antwort von Ralf am 27.12.2019 - 18:54
Hallo Heinrich,
danke für Deine schnelle Rückmeldung und für Deine Empfehlungen! Nein, ich habe noch keine systematische Recherche durchgeführt. Diese ist für mich zeitaufwändig, da ich kein Militäthistoriker, sondern Familienforscher bin. Ich muss mich daher erst einmal in die spezifischen Archive hineinfinden. Auf das Milex-Forum bin ich über CompGen gestoßen - dort wurde es empfohlen. Meine Hoffnung ist, dass sich vielleicht jemand mit dem Landsturm im Allgemeinen oder sogar dem 52. Bataillon im Besonderen beschäftigt hat.
Aber ich werde Deine Empfehlung aufgreifen und außerdem das Bundesarchiv kontaktieren.
Sobald ich Resultate habe, teile ich sie hier mit.
Beste Grüße
Ralf

Antwort von Ruhrpottpreuße am 28.12.2019 - 04:26
Hallo Ralf!
Das Ldst.Inf.Btl.Hagen (VII.52) wurde am 2.8.14 aufgestellt. Es unterstand vom 21.9.14-4.12.18 dem Generalgouvernement Belgien und in Brüssel stationiert.
Mehr konnte ich leider auch nicht herausfinden.
Es war ab dem 19.11.18 wieder in Hagen und wurde Anfang Februar 1919 aufgelöst.
Quelle zum Landsturm:
Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918
Infanterie, Band 4 (Landsturm-Infanterie, Garnison-, Grenzschutz- und Ausbildungsformationen)
Verlag Militaria, 2017
Gruß, Andreas (ich bin der Co-Autor des Buches...)

Antwort von Ralf am 28.12.2019 - 19:03
Hallo Andreas,
vielen Dank für diesen Hinweis! Gesichert ist, dass mein Großvater (aus Niep/Capellen bei Mörs (damalige Schreibweise)), nachdem er offenbar an der Herbstschlacht in der Champagne und der Erstürmung von Fort Vaux beteiligt war, nach einer (leichten) Verletzung dem Landsturm-Infanterie-Batallion 52 zugeordnet wurde. Als Mitglied dieser Einheit war er im Zeitraum vom 01.12.1916 - 22.02.1917 in Brüssel stationiert und hat sich dort offenbar ziemlich gelangweilt (gesichert durch 7 Feldpostkarten). Das passt zu Deinem Hinweis der Stationierung in Brüssel. Doch was hat dieses Bataillon dort getrieben? Gibt es dazu vielleicht "Amtliche Kriegstagebücher"?
Mit bestem Gruß
Ralf (ehemaliger Ruhrpottpreuße)

Antwort von Ruhrpottpreuße am 28.12.2019 - 20:09
Hallo Ralf!
Der Landsturm wurde in Brüssel für Sicherungs- und Bewachungsaufgaben eingeteilt. Bahnschutz usw.
Wenn er mal verwundet wurde, kannst Du ihn evtl. hier finden:
http://des.genealogy.net/eingabe-verlustlisten/search/index
Gruß, Andreas

Antwort von T. Ehret am 28.12.2019 - 20:33
Hallo,
Ab 8.2.1918 wurde das Landsturm-Bataillon Hagen einer anderer Einheit unterstellt, aber ich kann nicht richtig lesen (sieh Anhang). Hätte jemand eine Idee ?
Quelle : Einheitenliste vom VII. AK.
Gruß,
T. Ehret


 

Antwort von Ruhrpottpreuße am 29.12.2019 - 06:11
Hallo Thierry!
Sehr interessant, aber leider für mich unleserlich.
Gruß, Andreas

Antwort von Ralf am 29.12.2019 - 16:49
Hallo Andreas,
hallo Thierry,

vielen Dank für diese Hinweise!
Den Deutschen Verlustlisten hatte ich die beiden Verletzungen meines Großvaters bereits entnommen. Dazu kommt eine Typhus-Erkrankung, die seinen Feldpostkarten zu entnehmen ist. Da er zunächst dem 5. Westf. Infanterie-Regiment 53 zugeordnet war, lassen sich seine wahrscheinlichen Bewegungen und Aktionen im Feld auf basis der Bücher von Leonhardt (1924) und Maillard (1939) gut nachvollziehen. Doch dann wurde er zum Landsturm-Infanterie-Bataillon 52 Hagen versetzt. Und dazu scheint nicht viel bekannt zu sein. Vielleicht sind die relevanten Unterlagen dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen, vielleicht hat aber auch niemand Interesse an diesen Landsturmeinheiten, die als zweites Aufgebot gelten. Forschungslücke?

Den Manuskriptauszug, Thierry, kann auch ich nicht entziffern.

Ich werde nun die Archive kontaktieren und melde mich, falls etwas herauskommt.

Beste Grüße
Ralf

Antwort von Ralf am 29.12.2019 - 17:35
Hallo Thierry,
meine Spezialistin für Handschriften (meine Frau) meint , nun doch zumindest ein Wort identifiziert zu haben, und ich muss ihr zustimmen:
Könnte das letzte Wort der Eintragung nicht "Maaseik" lauten?
Bester Gruß
Ralf

Antwort von Ruhrpottpreuße am 29.12.2019 - 17:52
Hallo!
Masseik ist gut möglich. Dort befand sich ja der elektrische Grenzzaun zwischen Belgien und Holland.
http://www.trois-frontieres.be/D/cloture_electrique.php
Ich weiß, daß zur Bewachung Landsturm eingesetzt wurde, aber leider nicht, welche Einheiten genau.
Gruß, Andreas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 29.12.2019 - 17:59
Bingo!
https://www.flickr.com/photos/paranoid_womb/16060761449

Antwort von T. Ehret am 30.12.2019 - 10:17
Hallo Ralf,
Danke für die Entzifferung, welche allein aber die Unterstellung nicht spezifiziert. Der erste Wort könnte "Bereitschaft" sein, was unerklärlich bleibt.
Die Frage ist auch, ob der Gesuchte noch im Jahr 1918 beim genannten Landsturm Bataillon sich befand.
Gruß,
Thierry

Antwort von Ralf am 30.12.2019 - 11:04
Guten Morgen Thierry,
belegt durch sieben Feldpostkarten ist: Mein Großvater war Landsturm-Soldat im 52. Bataillon im Zeitraum Dez. 1916 bis Feb. 1917, und zwar in Brüssel. Wie so oft sind die Texte der Postkarten wenig aussagekräftig. Er scheint sich häufiger gelangweilt zu haben in dieser Zeit. Dann verschwindet Großvater zunächst spurlos im Krieg, um 1918 von der Verlustliste des 27.07 als "schwer verwundet" gemeldet zu werden. In der Familie ist diese Verwundung nicht bekannt. Seltsam.
Bester Gruß
Ralf

Antwort von Ralf am 30.12.2019 - 11:16
Guten Morgen Andreas,
danke für diesen Hinweis! Er ist einer der wenigen Hinweise im Netz zum Landsturm-Infanterie-Bataillon 52. Das Bild hatte ich schon gefunden, die Geschichte zum Zaun ist mir neu. Mein Großvater war allerdings zu dieser Zeit Soldat des 5. Westf. Inf.-Reg. 53, mit dem er im Frühjahr 1915 in Stellungskämpfe in der Champagne verwickelt war. Im Sommer und Herbst meldete er sich dann von Sedan aus bei seiner Familie - er war an Typhus schwer erkrankt.
Beste Grüße
Ralf

Antwort von Ralf am 30.12.2019 - 18:16
Liebe Mitstreiter,
ich habe nun zur Militärgeschichte des
Landsturm-Infanterie-Bataillons 52 Hagen
Voranfragen an das

- Bundesarchiv
- ZMSBw

Meine Hoffnung ist gering, da vermutlich alle Unterlagen, z. B. amtliche Kriegstagebücher, in Potsdam 1945 im Bombenteppich untergegangen sein dürften. Dennoch: Ich melde mich mit den Ergebnissen der Anfragen.
Beste Grüße
Ralf


Antwort von T. Ehret am 30.12.2019 - 23:04
Hallo Ralf,
Im Militärarchiv ist wenig zu finden. Momentan ist der Server vom Bundesarchiv ausgefallen, d.h. man kann einfach nicht sehen, was vorhanden ist. Über Landsturm-Bataillone ist recht wenig vorhanden, nach meiner Erinnerung.
Gruß,
Thierry

Antwort von T. Ehret am 04.01.2020 - 11:18
Hallo,
Beim Bundesarchiv-Militärarchiv findet man, für weniger als 10 Landsturm-Bataillone, fast nur die Kriegszeitungen. Also nichts brauchbares für die Unterstellungen oder die Tätigkeit.
Im Bestand General-Gouvernement Brüssel ist ebenso recht wenig brauchbares zu finden.
Gruß,
T. Ehret

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