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Forum : Einheiten (1914-18)


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Hilfe bei der Zuordnung
Abgesandt von Stefan am 09.09.2019 - 11:01:

Liebe Forumsmitglieder,

ich würde gerne die Einheit meines Urgroßvaters herausfinden. Da ich mich mit dem 1. WK noch nicht lange genug beschäftigt habe, bin ich da auf Eure Hilfe angewiesen. Dazu habe ich zwei Bilder angehängt.

Auf dem ersten Bild sieht man die Soldaten mit Schaufeln. Vorne rechts der Soldat trägt auch eine Schulterschlaufe, ich meine mit der 28.

Das zweite Bild ist die Rückseite des Fotos. Leider ist es nur die Hälfte der Bildpostkarte, aber wenigstens mit Stempel und wenig Text. Ich denke oben steht
"13 köngl. Landw. Inf. Rgt. 27" und auf dem Stempel die 33. Infanterie Division.

Könnt ihr mir hierzu etwas sagen? Wie kann ich die genaue Einheit meines Urgroßvaters herausfinden?


  

Antwort von Stefan am 09.09.2019 - 11:03
Vielen Dank und viele Grüße
Stefan

Antwort von Ruhrpottpreuße am 09.09.2019 - 16:37
Hallo Stefan!
Ich meine auf der Klappe auch eine 27 zu sehen. Das würde auch mit dem Stempel passen.
13. Kompagnie, Landwehr-Inf.Rgt.27
Dieses gehörte in der Zeit auch zur 33.Inf.Div.
Die 13. Kompagnie war übrigens die 1. MG-Kompagnie des Regiments.
Ein Regiment hatte drei Bataillone zu je vier Kompagnien. Macht zus. zwölf. Die MG-Kompagnien werden dann als 13., 14 und 15.Kp. bezeichnet
Gruß, Andreas

Antwort von Heinrich am 09.09.2019 - 21:10
Hallo Stefan,
laut Jürgen Kraus, Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-18 war das 27. Landw. Inf. Reg. im laufe des Krieges verschiedenen Div. unterstellt, außerdem soll es davon eine Regimentsgeschichte geben, aber wo?
Gruß
Heinrich

Antwort von Stefan Gierse am 10.09.2019 - 14:49
Hallo Andreas!
Das klingt logisch und danke auch für die Kompanie! Ich habe da königl. gelesen.

Ließe sich daraus auch genau nachvollziehen, wo sich die Einheit während des Krieges befand? Mein Opa erzählte mal, dass sein Vater in den Argonnen war.

Viele Grüße und herzlichen Dank!

Antwort von Stefan Gierse am 10.09.2019 - 14:54
Hallo Heinrich,

könnte es das sein:
Ewald Griepentrog: Landwehr-Infanterie Regiment Nr. 27 im Weltkriege 1914 bis 1918, Eisleben (Lutherstadt): Ed. Winkler 1938.

Das habe ich gefunden und einfach mal bestellt, bevor es weg ist...

Gruß Stefan

Antwort von Heinrich am 10.09.2019 - 15:13
Hallo Stefan,
herzlichen Glückwunsch, Regimentsgeschichten sind etwas sehr seltenes, daher nur sehr schwer zu finden, halte das Buch in Ehren.
Gruß
Heinrich

Antwort von Ruhrpottpreuße am 10.09.2019 - 16:21
Hallo Stefan!
Das ist nicht so einfach. Da nimmst Du am besten die Rgt.Gesch zur Hand, wenn Du sie bekommst.
Das Ldw.Rgt.27 ist nämlich sehr vielen verschiedenen Divisionen unterstellt gewesen.
Nur als Beispiel: 2.ldw.Div., 33.Inf.Div., 6.bayer.Inf.Div., 32.Inf.Div., 227.Inf.Div. usw.
Dazu kommt, daß auch einzelne Bataillone verschiedenen Divisionen zugeteilt waren.
Die 33.Inf.Div. war nur an der Westfront und war sehr oft in den Argonnen.
Gruß, Andreas

Antwort von Stefan Gierse am 10.09.2019 - 19:26
Hallo Andreas und Heinrich,

danke für eure Hilfe! Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen und hoffe darauf, dass die Regiments-Geschichte bald in meinem Briefkasten ist. Mal sehen was ich daraus alles erfahren kann.

Viele Grüße Stefan

Antwort von T. Ehret am 16.09.2019 - 14:59
Hallo,

Interessantes Rätsel !

Am 14.10.16 ist ein IV. Batl/IR 98 aufgestellt worden, durch Abgaben anderer Regimenter der 33. ID, u.a. 6. und 12. Komp. IR 135 (aus Regiments-Geschichte). Am 16.10.1916 ist ein IV. Batl/IR 135 aufgestellt worden, durch Abgaben anderer Regimenter der 33. ID, u.a. 10. Komp. Ldw.IR 27 (Kraus/Bauer Handbuch Infanterie Band 1, S. 219). Zu gleicher Zeit wurde auch ein IV. Batl. IR 130 gleichmässig aufgestellt (Kraus/Bauer Handbuch Infanterie Band 1, S. 213). Es ist anzunehmen, das alle diesen Bataillonen Ausbildungs-Formationen waren, weil Anfang November 1916 sind sie als Bataillonen des neuen IR 477 umgewandelt worden.

Wie sieht aus beim LIR 27 ? Bei der Mobilmachung wurde das Regiment mit 12 Kompagnien aufgestellt (Stellenbesetzung in der Regimentsgeschichte S. 21). Ab 23.9.1916 (scheinbar bis 28.9.1916) unterstand das Regiment der 1. Reserve-Ersatz-Infanterie-Brigade (Regimentsgeschichte S. 135). Das Regiment hat, wie geschrieben, im Oktober 1916 eine Kompagnie « verloren », aber auch seit Mai 1916 eine neue MG-Kompagnie « gewonnen ». Jene hatte gar nichts mit einer 13. Kompagnie zu tun, sie wurde aus den Feld-MG-Zügen 237 und 683 gebildet (Regimentsgeschichte S. 125). Zwei weiteren MG-Komp. bekam das Regiment im Oktober 1916 (Regimentsgeschichte S. 137).

Für die Formationsgeschichte ist die Regimentsgeschichte Ldw.IR 27 nicht komplett hilfreich. Die neue 10. Komp. des Regiments ist aus Abgaben der Kompagnien des III. Batl. und Abgaben des Ldw.IR 26 gebildet worden (Regimentsgeschichte S. 141). Die Kompagnien waren nur « 90 Gewehren » stark (ditto). Für den Zeitraum 2. Hälfte des Jahres 1916 ist nirgendwo eine 13. Komp. erwähnt. Ab Sommer 1916 waren die Hauptaufgaben des Ldw.IR 27 in den Argonnen die folgenden : Stellungsbau und Minenkrieg (Abschnitt Varennes - Le Four de Paris). Das passt mit den Schaufeln. Im Oktober 1916 war das Ldw.IR 27, zusammen mit dem Ldw.IR 26 bei der 13. Ldw.Infanterie-Brigade, Armee-Truppe der 5. Armee (Kriegsgliederung), dem XVI. AK zugeteilt. Es kann sein, daß eine nicht etatisierte 13. Komp. bei der 33. ID aufgestellt wurde, für eine bestimmte Aufgabe, und dann kurzfristig wieder aufgelöst worden ist. Die Nachbar-Formationen (13. Ldw.Inf.Brig. und 33. ID) wechselten oft, und tauchten Trupenteile aus. Ohne weitere Auskünfte ist es kaum möglich weiter zu gehen.

Gruß,
T. Ehret

Antwort von Stefan Gierse am 19.09.2019 - 14:05
Hallo und schönen Dank T. Ehret für den ausführlichen Bericht!

Leider habe ich die Regimentsgeschichte noch nicht vorliegen.

Wie könnte ich denn an weitere Auskünfte herankommen um weiter gehen zu können?
Gruß Stefan

Antwort von Heinrich am 19.09.2019 - 15:56
Hallo Stefan,
interessant sind oft auch die Reg. Geschichten der beiden Inf. Reg. die jeweils mit dem 27. Landw. Inf. Reg. eine Div. gebildet haben.
Nach dem IWK haben viele Reg. Traditionsvereine gegründet, von denen eigene Nachrichtenblätter heraus gegeben wurden in denen andere zu Wort kamen als der Verfasser der Reg. Geschichte. In der Landesbibliothek des Landes aus dem LIR 27 kam könnte so was stehen.
Gruß
Heinrich

Antwort von T. Ehret am 19.09.2019 - 17:34
Hallo Stefan,
Die beste Quelle wäre der Militär-Pass.
Gruß,
T. Ehret

Antwort von Stefan am 20.09.2019 - 09:47
Hallo T.Ehret und Heinrich.

Der Militär-Pass liegt mir leider nicht vor.

Mal sehen ob ich in der Landesbib. etwas finde. Ich muss mir das mal etwas auseinanderdröseln, damit ich mit den ganzen Unter- und Überstellungsverhältnissen klar komme.

Gruß Stefan

Antwort von Heinrich am 20.09.2019 - 11:42
Hallo Stefan,
den Militär-Pass werden viele während der Besatzungszeit nach dem IIWK verbrannt haben. Doch häufig haben bis vor einigen Jahren die Einträge im Krankenbuchlager Berlin weitergeholfen, denn alle Verwundungen wurden mit Verwundungsort und Truppenteil genau dokumentiert.

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