AGW 14-18 · Milex · Tavannes

Forum : Andere Kriegsschauplätze (1914-18)


 Gemeinsames Forum der Interessen- und Arbeitsgemeinschaft Weltkrieg 14-18 (AGW 14-18), der Homepage Lexikon des 1. Weltkriegs und der  Homepage Tavannes.
Hier gehts zur Forenübersicht und zur Suche.

Neue Frage - Mailbenachrichtigung - Hilfe - Regeln - Zur Hauptseite - Neues im Forum

Hier lesen noch 1 Benutzer mit!


Einsatz von Zeppelinen im 1.Weltkrieg
Abgesandt von Eberhard Wenzel am 26.06.2005 - 14:09:

Hallo,
Der Bruder meiner Mutter war im 1.Weltkrieg Zeppelinfahrer. Er wurde über Russland abgeschossen und kam in Gefangenschaft nach Sibirien. Von dort flüchtete er (eine ähnliche Geschichte wie "Soweit die Füße tragen"). Ich bin dabei diese Geschichte zu recherchieren und habe folgende Fragen.
1) Wann wurden Zeppeline gegenüber Russland eingesetzt?
2) Wo lagen die Flughäfen (Stützpunkte)?
3) Gibt es irgendwo ein Archiv in dem Soldaten der Zeppelineinheiten registriert sind?
Vielen Dank für alle Antworten
Eberhard

Antwort von th. ehret am 26.06.2005 - 21:17
Guten Tag,

Manche Luftschiffe wurden auf der Ostfront eingesetzt. Man kann vermuten, dass es hier um ein Heeresluftschiff handelt. Unter anderen waren es :
Z IV, V, XII
LZ 34, 39, 81, 85, 86 usw.

Viele Archiv-Unterlagen sind noch im Bundesarchiv in Freiburg i.Br. vorhanden. Falls man die Nummer des Schiffes feststellen kann, kann ich die Signatur erwähnen.

Gruß,
th. ehret

Antwort von Malte Znaniecki am 26.06.2005 - 22:39
Guten Abend,


zu einigen Heeresluftschiffen, die Thierry Ehret genannt hat, hier bereits ein paar Informationen:


1.) Heeres-Luftschiff Z IV (LZ16)

14.3.1913:
Z6(LZ16): 1. Fahrt der „Hansa“(LZ13). Daten des Luftschiffs: Länge: 158,00 Meter; Durchmesser: 14,90 Meter; Volumen: 22 500 m3; Nutzlast: 9,5 Tonnen; Motoren: drei Maybach-Motoren von je 165 PS; Geschwindigkeit: 21,2 m/sek; Führung: Hauptmann Felix Jacobi; Standort: Metz.

3.4.1913:
Z6(LZ16): „Mit einer militärischen Abnahmekommission an Bord startete LZ 16 am 3. 4. 1913 von Friedrichshafen zur Überführung nach Baden-Oos. Bald nach dem Start tauchte das Schiff in dichten Nebel ein und verlor zeitweilig die Orientierung. Durch starken Ostwind abgetrieben, befand es sich schließlich über Frankreich und landete auf dem Exerzierplatz von Lunéville, wo man es unter allerlei Vorwänden festhielt.“

4.4.1913:
Z6(LZ16): „Erst ab 4. 4. um 12.30 Uhr bekam es endlich Starterlaubnis und landete nachmittags um 16.30 Uhr in seinem Heimathafen.“

1.8.1914:
Z6(LZ16): „Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lag LZ 16 in Königsberg.“ Hauptmann von Quast wird Führer des Z6(LZ16).

10.8.-24.9.1914:
Z6(LZ16): „Unter dem Kommando des Hauptmanns von Quast wurden in der Zeit vom 10. 8. bis 24. 9. 1914 bedeutsame Aufklärungsfahrten durchgeführt. Um die Wirkung von Angriffen zu erproben, montierte man Maschinengewehre auf und führte eine Reihe kleiner Bomben mit, die mit der Hand abgeworfen werden mußten.“

24./25.9.1914:
Z6(LZ16): „In der Nacht vom 24./25. 9. 1914 wurde ein Bombenangriff auf Warschau unternommen. Vom feindlichen Abwehrfeuer am Heck schwer getroffen, entkam das Schiff, indem es auf 2800 Meter Höhe auswich.“

26.9.14-23.2.1915:
Z6(LZ16): „Bei seinem zweiten und letzten Angriff, der gegen Lyck gerichtet war, gelang es trotz 300 Treffern, die Ausgangsbasis Allenstein zu erreichen. Als sich im Laufe der Zeit Gerippebrüche einstellten, zog man LZ 16 vom Frontdienst zurück.“

24.2.1915:
Z6(LZ16): „Ab 24. 2. 1915 fungierte er nur noch als Schulschiff und wurde im Herbst 1916 abgerüstet.“

Herbst 1916:
Z6(LZ16): „Ab 24. 2. 1915 fungierte er nur noch als Schulschiff und wurde im Herbst 1916 abgerüstet.“ Die Führung des Luftschiffs hatten: Hauptmann Felix Jacobi, Hauptmann von Quast, Feldwebelleutnant Grussendorff, Hauptmann Otto Jacobi. Standorte waren: Metz, Baden-Oos, Gotha, Königsberg, Allenstein, Königsberg, Schneidemühl, Dresden, Liegnitz, Jüterbog. Das Schiff hatte 2 Aufklärungsfahrten und 2 Angriffe mit insgesamt 1000 kg Bomben unternommen.



2.) Heeres-Luftschiff Z V (LZ 20)


8.7.1913:
Z5(LZ20): Erste Fahrt des Z5(LZ20). Daten: Länge: 158 Meter; Durchmesser: 14,90 Meter; Volumen: 22 500 m3; Nutzlast: 9,5 Tonnen; Motoren: drei Maybach-Motoren von je 165 PS; Geschwindigkeit: 21,2 m/sek; Führung: Hauptmann Lange; Standort: Friedrichshafen.

Dez.1913:
Z5(LZ20): Personalien: Kgl. Württ. Hauptmann Grüner: Hauptmann im Luftsch.Batl.5. Ab Dezember 1913 Führer des Heeres-Luftschiffs Z5(LZ20).

7.-12.8.1914:
Z5(LZ20): Aufklärungsfahrten des Z5(LZ20) über Westpolen im Raum Wlozlaw – Plozk – Lodz, wobei das Luftschiff durch starkes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer beschädigt wird. Irrtümlich wird das Schiff auch von deutschen Truppen beschossen.

7.-8.8.1914:
Z5(LZ20): Erste Aufklärungsfahrt des Z5(LZ20) über Westpolen im Raum Wlozlaw – Plozk – Lodz.

11.-12.8.1914:
Z5(LZ20): Zweite Aufklärungsfahrt des Z5(LZ20) über Westpolen im Raum Wlozlaw – Plozk – Lodz.

22.8.1914:
Z5(LZ20): Aufklärungsfahrt des Z5(LZ20)

25.8.1914:
Z5(LZ20): Aufklärungsfahrt des Z5(LZ20)

28.8.1914:
Z5(LZ20): Angriffsfahrt des Z5(LZ20) gegen Mlawa. „Am 28. August 1914 startet das Luftschiff Z.V zu einem Tageseinsatz nach Mlawa, südlich der Grenze zu Ostpreußen, um den dortigen Eisenbahnknotenpunkt aus niedriger Höhe zu bombardieren. Noch auf dem Anflug wird das Luftschiff von deutschem Maschinengewehrfeuer zur Notlandung gezwungen.“ Infolge Gasverlustes muß das Luftschiff bei Lipowick notlanden. Die Besatzung wird bei dem Versuch, das Schiff anzuzünden, von russischer Kavallerie gefangengenommen. Einigen der Männer gelingt die Flucht. Hauptmann Grüner gerät verwundet in russische Gefangenschaft, die ihn in die Nähe der chinesischen Grenze führt. Dort verstirbt er mit unbekanntem Datum.


3.) Heeres-Luftschiff Z XII (LZ 26)

14.12.1914:
Z(LZ26): Erste Fahrt des Z12(LZ25). Daten: Länge: 161,00 Meter; Durchmesser: 16,00 Meter; Volumen: 25 000 m3; Nutzlast: 12,2 Tonnen; Motoren: drei Maybach-Motoren von je 210 PS; Geschwindigkeit: 22,5 m/sek; Führung: Leutnant d. R. Lehmann. Standort: Gotha.

A.1915:
Z12(LZ26): „Anfang 1915 kam LZ 26 nach Maubeuge.“

17.3.1915:
Z12(LZ26): „Ein erster Angriffsversuch auf England am 17. März 1915 mußte wegen starken Nebels und einer tiefhängenden Wolkendecke abgebrochen werden. LZ 26 legte um auf Gegenkurs und steuerte Calais an. Erstmalig wurde hier der sogenannte ‚Spähkorb’ eingesetzt, der dem Luftschiff einen unbemerkten Angriff gestattete. Während sich das Schiff in den Wolken befand, hing der an einem Seil herabgelassene Korb, der mit einem Beobachter besetzt war, unter der Wolkendecke. Der Mann im Spähkorb dirigierte nun von dort aus den Angriff. In zwei Anläufen warf LZ 26 3000 kg Sprengstoff ab. Während der Heimfahrt sackte er bei Dunkelheit und Nebel ab und wurde bei der Landung beschädigt.“

18.3.-15.5.1915:
Z12(LZ26): „Wegen der ungünstigen Wetterlage mußten mehrfach Angriffsfahrten unterbleiben.“

16.5.1915:
Z12(LZ26): „Die zweite Angriffsfahrt gegen Calais fand am 16. 5. 1915 statt. Hierbei wurden 1600 kg Munition abgeworfen.“

Jul.-M.8.1915:
Z12(LZ26): „Im Juli 1915 verlegte man LZ 26 nach Allenstein an die Ostfront, wo er in der ersten Augusthälfte wichtige Eisenbahnknotenpunkte wie Bialystock und Malkin mit zusammen 8400 kg Bomben belegte.“

11.8.1915:
Z12(LZ26): „Während der Rückfahrt von einem Angriff am 11.8.1915 konnte der schwer beschädigte LZ 26 infolge Gasverlustes eine Landung nicht wagen und ging in der Nähe von Allenstein auf einem See nieder. Die hintere Gondel wurde beträchtlich beschädigt, so daß drei Motoren ausfielen. Trotzdem gelang die Überführung in den Hafen von Allenstein“

A.8.15-1916:
Z12(LZ26): „Insgesamt setzte man ‚Z XII’ im Osten in den Jahren 1915/16 18mal, davon 9mal mit Erfolg, ein.“

A.8.15-1916:
Z12(LZ26): „Insgesamt setzte man ‚Z XII’ im Osten in den Jahren 1915/16 18mal, davon 9mal mit Erfolg, ein.“

1916-8.8.1917:
Z12(LZ26): „Nach seiner Verlegung nach Königsberg befreite man LZ 26 1916 vom Frontdienst [...] LZ 26 war, was das Gewicht der abgeworfenen Bomben angeht, das erfolgreichste Luftschiff des Heeres.“

8.8.1917:
Z12(LZ26): „ [...] rüstete ihn am 8. August 1917 bei Einstellung der Heeresluftschiffahrt in Jüterbog ab. LZ 26 war, was das Gewicht der abgeworfenen Bomben angeht, das erfolgreichste Luftschiff des Heeres.“ Führer des Luftschiffes waren gewesen: Leutnant der Reserve Lehmann, Hauptmann von Mirbach, Hauptmann Heerlein, Hauptmann Bruns, Hauptmann Sommerfeldt, Leutnant Dassel. Standorte des L12(LZ26) waren gewesen: Gotha, Liegnitz, Warschau, Hannover, Jüterbog. L12(LZ26) hatte insgesamt 11 Angriffe mit zus. 20 000 kg Bomben durchgeführt.



4.) Heeres-Luftschiff LZ 34


6.1.1915:
LZ34: Erste Fahrt des LZ34. Daten: Länge: 158,00 Meter; Durchmesser: 14,90 Meter; Volumen: 22 500 m3; Nutzlast: 9,2 Tonnen; Motoren: drei Maybach-Motoren von je 210 PS; Geschwindigkeit: 22,4 m/sek; Führung: Hauptmann Felix Jacobi. Standort: Potsdam.

4.2.1915:
LZ34: LZ34 wechselt seinen Standort von Potsdam nach Liegnitz.

1915:
LZ34: „Das Schiff wurde an der Ostfront eingesetzt.“

10.3.-16.4.1915:
LZ34: „Mehrere Angriffsfahrten, u. a. am 10./11. 3. und 15./16. 4. 1915 zusammen mit LZ 30 , scheiterten wegen der schlechten Wetterlage.“

Jun.1915:
LZ34: „Im Juni griff LZ 34 Grodno und Kowno an.“

21.6.1915:
LZ34: „Nach dem letzten Angriff mußte er infolge erheblicher Trefferschäden am 21. 6. 1915 bei Insterburg notlanden, trieb ab und verbrannte.“
Letzter Standort: Königsberg. LZ 34 hatte insgesamt 2 Angriffsfahrten mit 1110 kg Bomben ausgeführt.



5.) Heeres-Luftschiff LZ 39

24.4.1915:
LZ39: [OHL] Erste Fahrt des LZ39. Daten: Länge: 161,40 Meter; Durchmesser: 16,00 Meter; Volumen: 24900 m3; Nutzlast: 11,1 Tonnen; Motoren: drei Maybach-Motoren von je 210 PS; Geschwindigkeit: 23,6 m/sek; Führung: Hauptmann Horn; Standort: ?.

A.5.1915:
LZ39: [OHL] „Anfang Mai 1915 traf LZ 29 im Westen ein, führte von drei geplanten Fahrten gegen Calais allerdings nur eine durch.“

6.-7.6.1915:
LZ39: [OHL] „Der nächste Angriff auf London ist für die Nacht vom 6./7. Juni 1915 vorgesehen. Die Zeppeline LZ 37, LZ 38 und LZ 39, in der Gegend von Brügge stationiert, starten am 6. Juni 1915 nach Einbruch der Dämmerung. Über dem Ärmelkanal erhalten sie jedoch die Anweisung, wieder umzukehren, da die Wetterbedingungen zu ungünstig sind. Sie drehen daraufhin in Richtung Calais ab, um anstelle von London jetzt Eisenbahnlinien auf dem Festland zu bombardieren. Die britischen Abhörstationen an der Ostküste haben allerdings die deutschen Funksprüche abgefangen und die Admiralität informiert. Die sofort benachrichtigte britische 1. Staffel der R.N.A.S. in Dünkirchen soll nun die Zeppeline auf ihrem Rückflug angreifen. Um 0.30 Uhr steigen mehrere Flugzeuge auf.“
„Am 6./7. 6. 1915 bewarf er Harwich mit 900 kg Sprengstoff und entging durch Herabstoßen in eine Nebelwand mit knapper Not einem englischen Fliegerangriff.“

19.7.1915:
LZ39: [OHL] Standorte des LZ39 im Wechsel waren bisher: Düsseldorf, Brüssel-Agathe und Namur. LZ39 verlegt seinen Standort von Namur nach Schneidemühl (für Osteinsatz).

Aug.1915:
LZ39: [OHL] „Im August 1915 folgten Angriffe auf Nowo-Minsk und Nowo-Georgiewsk (je 500 kg Sprengstoff).“

10.9.1915:
LZ39: [OHL] LZ39 verlegt seinen Standort von Schneidemühl nach Allenstein.

27.9.1915:
LZ39: [OHL] LZ39 verlegt seinen Standort von Allenstein nach Posen.

5.10.1915:
LZ39: [OHL] LZ39 verlegt seinen Standort von Posen nach Warschau.

13./14.10.1915:
LZ39: [OHL] „Nach kurzem Aufenthalt in Allenstein kam er am 5. 10. 1915 nach Warschau. Von dort startete er zwei Angriffe auf Rowno, am 13./14. 10. 1915 (1000 kg) und am 17. 12. 1915.“

17.12.1915:
LZ39: [OHL] „Von dort startete er zwei Angriffe auf Rowno, am 13./14. 10. 1915 (1000 kg) und am 17. 12. 1915. Durch starkes Abwehrfeuer wurde er auf der Rückfahrt derart beschädigt, daß er sich in der Luft schräg stellte. Dabei brach der Motorraum von der vorderen Führergondel und stürzte ab, doch gelang bei Luck die Notlandung. LZ 39 wurde abgerüstet.“
Führer des Heeres-Luftschiffs LZ39 waren gewesen: Hauptmann Horn, Hauptmann Falck, Hauptmann Schramm. LZ39 hatte insgesamt 5 Angriffe mit zusammen 4184 kg Bomben durchgeführt.







Antwort von egbert am 17.07.2005 - 20:12
Hier kannst Du Dich einmal durchklicken, und wirst eine Menge weitere Informationen und Links finden: http://www.luftschiffreise.de/tonder.htm

Antwort von Harry C. Redner am 21.02.2006 - 22:56
Die Anfrage beim Bundesarchiv wird in der Regel im Sande verlaufen, da das sogenannte Tambach-Archiv (das u.a. die militärischen Luftschiff-Archivalien enthielt) zwar in den Jahren 1955 bis 1977 aus den USA repatriiert wurde dort aber (leider) unbearbeitet rumliegt.

Es ist sicher sinnvoller sich direkt an "Luftschiffer" zu wenden ...

Startseite Luftschiffharry
http://www.luftschiffharry.de/

Forscherseite http://www.luftschiffharry.de/forscher.htm

Informationen zum System Zeppelin
http://www.luftschiff.de/

Das Luftschiffmuseum in Nordholz, dasd u.a. das ehemalige Archiv der "Marine Luftschiffer Kameradschaft Hamburg" verwaltet
http://www.aeronauticum.de/

Wer mehr wissen will / muß kann sich selbtverständlich auch an mich wenden ...

mit freundlichen Grüßen - Glück ab !

Luftschiffharry

Ich möchte eine Email, wenn jemand was zu diesem Thema hinzufügt.

Kommentar/Antwort:

Name:

E-Mail Adresse:


Ich möchte meinen Namen/Email auf diesem Computer speichern.

Code-Zahl übertragen:  



Je nach größe der Bilder und Internetanbindung kann das Hochladen einige Minuten in Anspruch nehmen.
Aus diesem Grund bitte nur einmal auf "Antwort absenden" klicken, danke.
Erlaubt sind lediglich JPG-Dateien.




Antwort eingegeben? - Dann hier klicken :      

Ich möchte eine Email, wenn jemand was zu diesem Thema hinzufügt.

E-Mail Adresse:


Hier klicken :