LEXIKON DES
ERSTEN WELTKRIEGES
Falkenhayn, General Erich von
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Erich von Falkenhayn
 
General der Infanterie Erich von Falkenhayn
(Quelle: Deutsche Infanterie)
 
 
 
 
 

Erich von Falkenhayn wurde am 11.09.1861 in der Burg Belchau bei Graudenz geboren.
Mit 19 Jahren wurde Falkenhayn bereits Leutnant, 1896 Instruktionsoffizier in China und 1899 dem Generalstab des ostasiatischen Expeditionskorps unter Waldersee zugeteilt.

Nach seiner Rückkehr 1902 wurde er 1906 Abteilungschef im großen Generalstab. 1907 Chef des Generalstabs des XVI., später des IV. Armeekorps. 1913 als Generalleutnant preußischer Kriegsminister, als welcher er zu Beginn des 1. Weltkrieges tatkräftig bei der Aufstellung neuer Verbände mitwirkte.

Nach der Marneschlacht wurde von Falkenhayn anstelle des erkrankten und entnervten Moltke Chef des Generalstabs und damit Leiter der Operationen des dt. Feldheeres unter vorläufigem Verbleiben als Kriegsminister. Unter Verkennung des Überraschungseffektes des Schlieffen-Plans wiederholte er den Angriff auf dem rechten Flügel um eine Entscheidung zu erzwingen. Unter seiner Verantwortung wurde hierbei von deutscher Seite erstmals völkerrechtswiedrig Chlorgas eingesetzt, um den Sturmtruppen eine Gasse zu bahnen. Unter blutigsten Verlusten (z.B. Langemark) blieb dieser Versuch vor Ypern liegen.

Im Mai 1915 glückte der von ihm und dem österr. Generalstabschef Conrad von Hötzendorf geplante Durchbruch bei Gorlice und somit die Rückeroberung Galiziens. Mit Rücksicht auf die anderen Fronten vermied er jedoch die sofortige Entscheidungsschlacht im Osten. Hierüber geriet er sowohl mit seinem österr. Kollegen als auch mit Hindenburg und Ludendorff in Auseinandersetzungen. Auch mit Bethmann Hollweg geriet von Falkenhayn über seine Forderung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges für 1916 in Streit, so daß dieser auf den Sturz von Falkenhayns hinzuarbeiten begann.

1916 suchte von Falkenhayn  durch den Kampf um Verdun Frankreich zu zermürben.

"Hinter dem französischen Abschnitt der Westfront gibt es in Reichweite Ziele, für deren Behauptung die französische Führung gezwungen ist, den letzten Mann einzusetzen. Tut sie es, so werden sich Frankreichs Kräfte verbluten...Tut sie es nicht und fällt das Ziel in unsere Hand, dann wird die moralische Wirkung ungeheuer sein."
Doch verbluteten sich auch die dt. Kräfte in der "Hölle von Verdun".

Nach der Kriegserklärung Rumäniens berief daher Kaiser Wilhelm II. im August 1916 Hindenburg und Ludendorff an von Falkenhayns Stelle und ernannte diesen zum Führer der erfolgreich gegen Rumänien angesetzten 9. Armee.

1917 übernahm er als türkischer Marschall eine Heeresgruppe in Palästina, ohne den Zusammenbruch der dortigen Front verhindern zu können. Ende 1918 trat er an die Spitze der 10. Armee in Litauen. Seine Verabschiedung erfolgte im Februar 1919 als General der Infanterie.

Erich von Falkenhayn starb am 08.04.1922 in Lindsted bei Potsdam.
 

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