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Forum : Westfront (1914-18)


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Einsatz in der Vor-Mobilmachung 1914 ?
Abgesandt von Jan Bartels am 17.01.2016 - 17:47:

Könnte aus Furcht vor einer englischen Landung in Dänemark das Garde Pionier Btl aus Berlin eine Pontonbrücke bei Friedrichstadt über die Eider geschlagen haben ? Dieser Brückenschlag erfolgte etwa zwischen dem 28. Juli und dem 16. August, begann also vor der Mobilmachung.
Welche Gründe könnten es gewesen sein, die Pioniere aus Berlin einzusetzen und nicht die z.B. aus Hamburg ?
Gab es 1914 keine truppeneigenes Pioniergerät, z.B. Pontons ?
Konnte die Truppe auf ziviles Material ( Boote, Schiffe, Prähme) bereits vor der Mobilmachung zugreifen ?

Schöne Grüße von der Küste
Jan Bartels


Antwort von Ruhrpottpreuße am 18.01.2016 - 05:38
Hallo Jan!
Könnte es sein, daß der brückenschlag mit dem Krieg nichts zu tun gehabt hat? 1916 wurde ja eh eine richtige Brücke geschlagen, um die Fähre zu umgehen.
Es kam schon vor, daß militärische Einheiten solche Arbeiten vornahmen. Warum die Pioniere aus Harburg nicht eingesetzt wurden, kann ich auch nicht sagen.
Dir könnte evtl. die Bataillonsgeschichte helfen.
Kurt Loof: Das Königlich-Preußische Garde-Pionier-Bataillon 1910/1914. (Vom 100jährigen Jubiläum bis zum Anfang des Weltkrieges), Nach Tagebüchern und nach Beiträgen von Kameraden bearbeitet, Berlin 1934.
Gruß, Andreas

Antwort von Nemo am 18.01.2016 - 11:28
Hallo Jan,
ich sehe das so:
Vor der eigentlichen Mobilmachung gab es schon im Kaiserreich erhebliche Aktivitäten um im Falle eines Krieges einen Zeitvorsprung vor dem Gegner zu erhalten. Dazu gehörten zahlreiche Maßnahmen um den Aufmarsch zu beschleunigen. Nicht jede Pioniereinheit verfügte über geeignete Materialien oder Ausrüstung um Spezialaufgaben, wie zum Beispiel der Bau einer Brücke, zu realisieren. Das Garde-Pionier-Bataillon aus Berlin hatte diese Spezialisten in Form der unterstellten Formationen:
Garde-Korps Brücken-Train, Garde-Divisions-Brücken-Train Nr. 1, Garde-Divisions-Brücken-Train Nr. 2, Garde-Divisions-Brücken-Train Nr. 3, und den Garde-Reserve-Divisions-Brücken-Train Nr. 2 auf. (Quelle: GenWiki)
Gruß
Nemo

Antwort von Jan Bartels am 18.01.2016 - 18:29
Moin Andreas und Nemo,

der örtliche Chronist H. Hansen schreibt ohne Quellenangabe, daß die Furcht vor einer Invasion im Jütland der Grund für den Bau der Pontonbrücke war.
Mglw. war die Eile, mit der die Pioniere diese Behelfsbrücke bauten, durch den nahenden Krieg begründet.
Für den Friedensbetrieb war die Fähre ausreichend.
Eine Entschädigung für die weichenden Fährpächter wurde beantragt, aber mit dem Hinweis auf Kriegsgründe abgelehnt.

Wie Nemo schreibt, gab es in Berlin die Spezialisten für einen solchen Behelfsbrückenbau, es ist daher verwunderlich, dass kein militärisches Gerät eingesetzt wurde. Entweder gab es damals noch nichts für solche Aufgaben, oder sie waren nicht in ausreichender Menge vorhanden oder aber der Transport hätte zu lange gedauert.
Für den Bau wurden zivile Schiffe benutzt, deren Aufbauten entfernt wurden. Ob schon vor Beginn der Mobilmachung solche Beschlagnahmungen stattfinden konnten, wäre auch interessant zu wissen.
Vielleicht kommt ja noch was rein zu dieser Frage.

Soweit herzlichen Dank Andreas und Nemo !

Mit Grüßen von der kalten Küste
Jan

Antwort von Jan Bartels am 24.02.2016 - 19:18
Hallo Andreas und Nemo,

in der Btl-Geschichte des Garde-PiBtl wird besonders die Zeit von Jan 14 bis zur Mobilmachung beschrieben.
Ein Pontonbrückenbau über die Eider bei Friedrichstadt ist nicht aufgeführt.
Es kann m.E. also davon ausgegangen werden, dass die Garde-Pioniere aus Berlin an diesem Einsatz nicht beteiligt waren.

Aufgeführt ist jedoch ein Übungsritt in der Gegend Flensburg / Sonderburg im Mai 14.
Das sind etwa 500 km, die die übende Truppe von der Garnision entfernt war.
Mir erscheint das ungewöhnlich. Waren mglw. die Pioniere anderen Verbänden zugewiesen/unterstellt worden, was ist Eure Meinung dazu ?

Weiter:
Bereits im Winter 13/14 wurden derart scharfe, kriegsmäßige Übungen in Zossen, Döberitz und in der Hasenheide durchgeführt, dass die Truppe erst dann Ruhe hatte, als befohlen wurde: Wegen Kriegsgefahr sofortige Rückkehr in die Garnision.

Weiter:
In den Ranglistenvon z.B. von 1914 wird aufgeführt
>a` la suite<
gefolgt von >Gen. d. Inf. v. Beseler< sowie seine Orden und Auszeichnungen

Was muss ich mir darunter vorstellen ?

Grüße von der Küste
Jan


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