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Forum : Westfront (1914-18)


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RIR 121 - Ausbildung und erste Wochen in Nordfrankreich 1914?
Abgesandt von Alexander am 12.09.2015 - 10:05:

Hallo zusammen,

ich suche Informationen über das RIR 121 und deren Kriegsfreiwillige bis Ende November 1914.
Wo wurden die Kriegsfreiwilligen ausgebildet, wie sah die Ausbildung im Einzelnen aus?
Gibt es über den Ausbildungsstand und über die Ausrüstung der Mannschaften Informationen?
Wann erfolgte der Transport nach Nordfrankreich, über welche Strecke, wo waren sie bis Ende November 1914 untergebracht, wo wurden sie eingesetzt?
Vielen Dank.

Antwort von Franz am 12.09.2015 - 10:34
Hallo,
vielleicht gibt die Regimentsgeschichte hier einen Hinweis:

Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 (Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 121) im Weltkrieg 1914 - 1918.
(= Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914 - 1918, Bd. 20)
Mit 74 Abbildungen, 2 Übersichtskarten und 11 Skizzen
Autor: Freiherr Georg vom Holtz
Verlag: Belser, Stuttgart, 1922.

Dieses alte Buch auch vollständig gescannt direkt einsehbar unter:

Hier klicken

Ansonsten ist die Aktenlage zu den württembergischen Regimentern heute noch recht gut. Hier findet sich ggf. noch Information im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart. Dort lagern die Unterlagen des Regiments (inkl. Stammrollen) ggf. auch Infos zu den Rekrutendepots (hier ggf. der 26. Reserve-Division)
Kriegsstammrolle des RIR direkt einsehbar unter:

Hier klicken

oder auch des Feldrekrutendepots der 26. RD:

Hier klicken


Gruß
Franz

Antwort von Ruhrpottpreuße am 12.09.2015 - 12:20
Hallo!
In den links fon Franz ist wohl alles schon gut beschrieben.
Hier noch etwas in Kurzform.
Aufgestellt am 2.8.14 durch:
Stab und MG-Komp. in Ludwigsburg durch Inf.Rgt.121
I.Btl. in Ludwigsburg zur Bez.Kdo.
II.Btl. in Heilbronn durch Bez.Kdo.
III.Btl. in Hall durch Bez.Kdo.

Unterstellung 51.Res.Brig, (26.Res.Div.)

Die Division gehörte zum XIII.Armeekorps (5.Armee)
Bei Aufmarsch wurde per Bahn verlegt. Strecke:
Ulm-Unter-Türkheim-Bretten-Landau-Zweibrücken-Saarbrücken-Hargarten-Diedenhofen.
Rheinübergang bei Germersheim. Ausladebahnhöfe:
Königsmachern, Diedenhofen und Metzerwiese
Ausladung der fechtenden Truppen: 7.-11.8.14, der Kolonnen und Trains: 11.-14.8.14. Zugfahrzeit etwa 25 std.
Der Etappenhauptprt der 5.Armee war Homburg (Pfalz), die Sammelstation Mannheim.

Gruß, Andreas

Antwort von Jens am 12.09.2015 - 12:34
Tach zusammen,
Ersatz-Btl. RIR121 aufgestellt in Schw. Gmünd. Hier z. B. finden sich auch ein paar Infos: Hier klicken
Gruß Jens

Antwort von Alexander am 12.09.2015 - 13:29
Hallo Franz, Ruhrpottpreuße und Jens,
Euch vielen Dank für Eure Infos.
Wer mich interessiert, sind die am 08.10.1914 ausmarschierten Kfs. Da III.Btl., sind sie wohl in Gmünd ausgebildet worden. Wie sah diese Ausbildung aus?
Die Unterlagen über das Rekruten-Depot der 26.Div. beginnen erst im Jahr 1915, wisst Ihr, ob das Rekruten-Depot erst in diesem Jahr gegründet wurde oder scheint hier etwas zu fehlen?
Gibt es Eures Wissen Informationen über das, vom Bezirkskommando in Hall über das zweite Halbjahr 1914?
Vielen Dank.
Gruß,
Alexander

Antwort von RainerC am 12.09.2015 - 14:43
Hallo Alexander,

das Feldrekrutendepot der 26. RD wurde Mitte Januar 1915 durch die 26. RD aufgestellt und war gleich mobil. Es wurde Anfang Dezember 1918 in Tübingen durch Ers.Btl./IR180 aufgelöst. Die Abwicklungsstelle war beim IR180.

Grüße,
Rainer

Antwort von Franz am 12.09.2015 - 17:36
Nochmals Hallo,

ich weiß natürlich nicht in wie weit Du in Die "Grundlagenforschung" einsteigen willst. Wie gesagt im Hauptstaatsarchiv finden sich zu den württembergischen Einheiten noch einige Unterlagen.
z.B. Siehe Bestandsübersicht:

Hier klicken

Ich weiß jetzt nicht wie das bei den erst im Krieg zusammengestellten Reserve-Regimentern das mit der Ausbildung organisiert war aber bei den "aktiven" Regimentern fand die Ausbildung der Rekruten während des Krieges meist zunächst in irgendwelchen Ersatzeinheiten des jeweiligen Regiments statt ( (x.Ersatzbataillon zum Regiment Nr.yyy).
Vielleicht gibt es in den o.g. Archivbeständen dieser Regimenter auch zu den Ersatzbataillon so was wie "Krieg-"Tagebücher, die sonst für die kämpfenden Kompanien bzw. Bataillon geführt wurden und im Archiv in Stuttgart teilweise noch vorhanden sind, in denen die Einsätze bzw. hier dann eher die Ausbildung tagesscharf aufgezeichnet wurde.

Gruß
Franz



Antwort von Alexander am 13.09.2015 - 09:39
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Antworten.
"Meinen" Kriegsfreiwilligen - Hermann Fischer - habe ich inzwischen gefunden, sowohl in der Stammrolle des RIR 121, als auch in der des Ersatzbataillons, es heißt dort, dass er am 22.08.1914 eingezogen und am 09.10.1914 ins Feld nachgeschickt wurde (btw., muss eine ganze Gruppe gewesen sein, die das RIR 121 dann ergänzt, das ist vielleicht ein Ansatzpunkt). Tagebücher des Ersatz-Bs. sind keine vorhanden, im Kriegstagebuch des RIRs habe nichts Relevantes gefunden. Über die Zeit zwischen August und Ende November (er hat sich am 25.11.1914 im Graben bei Courcelette erschossen) fehlen mir deshalb die Informationen. Hat jemand noch eine Idee?
Vielen Dank.
Gruß,
Alexander

Antwort von Franz am 13.09.2015 - 13:04
Hallo,

nur für mich von Interesse:
Hast Du die Kriegstagebücher des RIR 121 im Archiv im Original eingesehen oder gibt es diese auch schon irgendwo im Internet digital?

Gruß
Franz

Antwort von Alexander am 13.09.2015 - 13:36
Hallo Franz,

habe sie im Original (Kriegstagebuch des III. Bataillons Reserve-Infanterie Regiments 121
für die Zeit vom 24.09.14 bis 31.1.15
HStA M109; Bü.46) gelesen.

Gruß,
Alexander

Antwort von Franz am 13.09.2015 - 20:28
Hallo Alexander,
danke für die Info. Das hätte mich jetzt schon interessiert, wenn es die offiziellen Kriegstagebücher der württembergischen Einheiten tatsächlich online gegeben hätte. Ich fürchte ich kann zu Deiner Anfrage nun leider nichts mehr konkretes beitragen. Du bist da ja schon recht professionell mit der Einsicht er Originaldokumente im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart vorgegangen.
Mich würde jetzt nur das tragische Schicksal des Hermann Fischer interessieren.
Gemäß seinem Eintrag in der Stammrolle der 11. Kompanie des Reserve Infanterie Regiments 121
unter
Hier klicken

war er demnach ja als gerade 17-Jähriger wohl als Student der Theologie aus Denkendorf bei Esslingen als Kriegsfreiwilliger Ende August in den Krieg gezogen und hat sich nachdem die Einheit wohl einige Tage in Ruhe in Courcelette war dort selbst umgebracht (Gewehrschuss in den Kopf). Weiß man da etwas was konkret zu diesem tragischen Entschluss geführt hat.

In der Verlustliste vom 17.12.1914 wird er als "gefallen" gemeldet:

Hier klicken


Gemäß der Gräberdatenbank auf Volksbund.de gibt es wohl noch heute ein Grab von ihm:

Hier klicken

Hermann Fischer ruht auf der Kriegsgräberstätte in Proyart. Endgrablage: Block 2 Grab 982

Gruß
Franz




Antwort von Alexander am 14.09.2015 - 00:50
Hallo Franz,

vielen Dank für die Infos.
Waren mir bekannt.
Aufmerksam wurde ich durch die Anzeige seiner Familie im Esslinger Tagblatt vom 03.12.1914:
"Eßlingen, 2. Dez. 1914
Unser innig geliebter, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, Hermann Fischer, stud. theol. 18 Jahre alt, Kriegsfreiwilliger im Res.-Inf.-Regt. 121 ist im Feld unter körperlicher und seelischer Erschöpfung zusammengebrochen. Am 25.November ist seine irdische Hülle auf dem Friedhof von Tourcelette [sic!] bei Albert von seinen Kameraden zur letzten Ruhe gebettet worden. Kurz zuvor an seinem Geburtstag sandte er uns herzergreifende Verse voll dankbarer Liebe und heißen Flehens zu Gott. Es ist uns mit ihm viel Licht für dieses Erdenleben erloschen, aber ihm und uns leuchtet das ewige Licht.
Der Vater: Dekan Fischer und die vier Geschwister. Wir bitten herzlich und dringend, Beileidsbesuche zu unterlassen."

Es gibt auch einen Nachruf auf ihn im Kirchlichen Anzeiger für Württemberg:
"Gefallene und Gestorbene
31. Fischer, Herrmann, angehender stud.theol.
geb. in Denkendorf 19. November 1896, Sohn des Dekans F. in Eßlingen. Seminar Urach 1912-14.
Ausmarschiert 9.Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger, Res.-Inf.-Regt. 121, 11.Komp.
Gestorben 25.November 1914 in Tourcelette [sic!]; auf dem dortigen Friedhof begraben neben cand. theol. Heinrich Storz (Ziff. 22). Er war nach vielen Zeugnissen von allen seinen Lehrern wegen seiner Begabung und seines Charakters sehr geschätzt, der "Liebling der Promotion". Sein Feldprediger schrieb nachher von ihm: "Sein Idealismus war größer als seine Kraft". Und er selbst sandte an seinem Geburtstag, wo sein Geist noch klar war, den Eltern aus dem Feld ein ergreifendes Lied, deren er so manche gemacht hat: "O Vater, es geht über meine Kraft" - endigend mit dem Gebet:
Ich hab sie nicht verdient, die treue Liebe;
Doch bitt ich Ihn, daß er mit Vaterhuld
Mir gnädig hilft, daß ich mich täglich übe
In Mut und Kraft, in Treue und Geduld.
Ich weiß, o Gott, Du läßt mich nicht versinken,
Du läßt als Deiner ew`gen Treue Pfand
Aus Deinem Born mich neue Kräfte trinken,
Und kindlich faß ich Deine Hand.
Etliche Tage vor seinem Ende hatte der bescheidene und zartsinnige Jüngling unter seinen nächsten Kameraden im Schützengraben eine Ansprache gehalten über das Wort: Denen, die Gott lieben, müssen - in Zeit und Ewigkeit - alle Dinge zum besten dienen."
Quelle: Kirchlicher Anzeiger für Württemberg. Organ des Evangelischen Pfarrvereins. Hrsgg. von Max Mayer, Stadtpfarrer in Stuttgart. XXIV.Jahrgang 1915, Stuttgart: 61."

Hermann Fischer bestand im Juli 1914 die Aufnahmeprüfung für das Tübinger Stift und schrieb sich an der theol. Faktultät ein. Briefe liegen mir keine vor, mglweise gibt es noch einen veröffentlichten Feldpostbrief, bin gestern erst darauf gestoßen, liegt im Bestand des Landeskirchlichen Archivs in Stuttgart.
Dort auch andere Unterlagen über ihn (Seminar Schöntal und Urach), aber nicht besonders ergiebig.

Die Gründe für seinen Suizid sind mir unbekannt.
Habe bisher keine Angehörigen finden können (er hatte einen Bruder [+ 1983] und dieser vier Kinder).

Im Kriegstagebuch des III.Bataillons habe ich nichts Auffälliges gefunden, sie mussten schanzen, waren immer bedroht durch Scharfschützen, täglich starben ein bis zwei von ihnen. Da das Bataillon am 16./17.11.1914 abgelöst wird und sich in Courcelette aufhält, ist zwischen 17.11. und 03.12.1914 sehr wenig dokumentiert: "Während der Unterbringung vom 17.Nov. - 3. Dez. wurde vom Btl. Courcelette zur Ortsverteidigung eingerichtet. Die übrige Zeit wurde hauptsächlich zur Instandsetzung der Ausrüstung u. Bekleidung u. zum Exerzieren verwendet. Am 20.11.14 Vorm. wurde das Btl. probeweise alarmiert, nachdem am Tag vorher eine erfolgte Alarmbereitschaft, wegen eines angeblich beabsichtigten Angriffs der Franzosen befohlen war. [...]"
Mehr liegt mir nicht vor.

Gruß,
Alexander

Antwort von Franz am 14.09.2015 - 06:43
Hallo Alexander,

Danke für die Info.
Hört sich sehr tragisch an...

Gruß
Franz

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