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Forum : Westfront (1914-18)


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"19er Pioniere" bei Mars-la-Tour 1916
Abgesandt von Stefan Reuter am 23.03.2015 - 20:50:

Guten Abend zusammen!

In den Familienunterlagen bin ich auf ein Schreiben meines Großvaters (Jahrgang 1898, kein Kriegsteilnehmer) aus dem Jahr 1956 gestoßen, in dem es heißt: "Außerdem wurde ich im Jahre 1916 einige Monate als Arbeiter bei den 19-er Pionieren in Mars la Tour (Frankreich) zum Stellungsbau eingesetzt."

Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um das Pionier-Regiment 19 handelt, ursprünglich aufgestellt als 2. Elsässisches (Festungs-) Pionier-Bataillon Nr. 19.

Es war mir bislang völlig unbekannt, dass damals Zivilisten fernab der Heimat zeitweise zum Stellungsbau eingesetzt wurden. Mein Großvater arbeitete zum damaligen Zeitpunkt eigentlich bei Villeroy & Boch in Merzig/Saar - und nach diesem Einsatz auch wieder!

Mich würde interessieren, ob es zum Stellungsbau bei Mars-la-Tour 1916 und zum Pionier-Regiment 19 weitere Informationen gibt. Im Netz konnte ich nicht wirklich viel dazu finden.

Vorab herzlichen Dank für Hilfe!

Gruß, Stefan

Antwort von Ruhrpottpreuße am 24.03.2015 - 04:36
Hallo Stefan!
Von den Pionier-Bataillonen wurden nur neun in Regimenter umgewandelt, u.a. auch das Pi.Btl.19. Beide Feldbataillone des Friedenbataillons bildete das Regiment. Die Nummer wurde übernommen. Der Bataillonsverband kam aber quasi zum Fortfall, da die einzelnen Kompanien auf die Großverbände verteilt wurde. Bei den 19ern war es nicht ganz so; 1918 unterstanden die aktiven Kompanien der 17.Armee.
Von Zivilarbeitern ist mir jetzt nichts bekannt,; ich könnte mir aber vorstellen, daß er bei einem Armierungs-Bataillon war. Diese kamen ursprünglich aus der Überführung der Festungen aus dem Friedens- in den Kriegszustand. Dies waren dann gediente und ungediente Landsturmpflichtige.
Guß,
Andreas

Antwort von Stefan Reuter am 24.03.2015 - 08:10
Moin Andreas,
vielen Dank für die Erklärung - das mit dem Armierungs-Bataillon ergibt jedenfalls einen Sinn. Auch wenn mein Großvater nicht Kriegsteilnehmer war, landsturmpflichtig müsste er auf jeden Fall gewesen sein, gesundheitliche Einschränkungen, die eine Untauglichkeit für den Militärdienst begründen würden, gab es m. W. nicht; er war auch im 2. WK kriegsverwendungsfähig, aber aufgrund seiner Tätigkeit aals Eisenbahner uk gestellt.
Gruß, Stefan

Antwort von Ruhrpottpreuße am 24.03.2015 - 17:45
Hallo Stefan!
Armierung heißt nicht unbedingt untauglich. Kräftige Jungs wurden da ja auch gebraucht. Und wenn er einen wichtigen Zivilberuf hatte, oder Beziehungen hatte, mußte er vielleicht nicht zur Front
Gruß, Andreas

Antwort von Stefan Reuter am 24.03.2015 - 18:58
N`Abend Andreas,
das wollte ich so auch nicht verstanden wissen - ich hab` mich da vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt :)
Ich gehe schon davon aus, dass bei den Armierungsbataillonen gesunde und vor allem kräftige Männer gebraucht wurden und als solchen seh` ich meinen Großvater damals.
Mir ist halt nur nicht bekannt, warum er als m. W. gesunder junger Mann (Jg. 1898) damals nicht eingezogen wurde.
Gruß, Stefan

Antwort von LarsM am 25.03.2015 - 08:01
Hallo Stefan,

Du schreibst "Mein Großvater arbeitete zum damaligen Zeitpunkt eigentlich bei Villeroy & Boch in Merzig/Saar - und nach diesem Einsatz auch wieder!" sowie "Mir ist halt nur nicht bekannt, warum er als m. W. gesunder junger Mann (Jg. 1898) damals nicht eingezogen wurde."

Vielleicht hast Du die Möglichkeit, nach den damaligen Melderegistern des Wohnsitzes deines Großvaters zu forschen ?
Falls noch vorhanden, liegen diese in dem zuständigen Archiv (beim aktuellen Meldeamt fragen, welches Archiv zuständig ist).
Auf den Melderegister-Karten gibt es normalerweise ein Feld "Militär".
Falls dort "reklamiert" steht, bedeutet dies, daß dein Großvater (wahrscheinlich seitens der Fa. Villeroy & Boch) für die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe benötigt und dies auch so der Militärbehörde mitgeteilt wurde.

Gruß, Lars

Antwort von Stefan Reuter am 25.03.2015 - 08:29
Hallo Lars,
herzlichen Dank für den Hinweis aufs Melderegister. War mir nicht bekannt, dass das dort vermerkt wurde. Ich werde mich mal mit der Stadt Merzig in Verbindung setzen.
Gruß, Stefan

Antwort von LarsM am 25.03.2015 - 08:52
Hallo Stefan,
in den Melderegistern wurde nicht grundsätzlich eingetragen, wenn jemand reklamiert wurde.
Manchmal steht in dem Feld "Militär" auch gar nichts und manchmal sogar das Datum der Einberufung und Entlassung und in seltenen Fällen sogar, über welches Durchgangslager ein Soldat aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist.
Die Menge der Eintragungen variiert sehr von Meldeamt zu Meldeamt.
Aber es ist ein Versuch, um möglicherweise in dieser Frage weiter zu kommen.
Viel Erfolg bei der weiteren Recherche.
Gruß, Lars

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