AGW 14-18 · Milex · Tavannes

Forum : Westfront (1914-18)


 Gemeinsames Forum der Interessen- und Arbeitsgemeinschaft Weltkrieg 14-18 (AGW 14-18), der Homepage Lexikon des 1. Weltkriegs und der  Homepage Tavannes.
Hier gehts zur Forenübersicht und zur Suche.

Neue Frage - Mailbenachrichtigung - Hilfe - Regeln - Zur Hauptseite - Neues im Forum


Infranterie-Regiment Nr. 17, Mörchingen
Abgesandt von Martina Seidel am 22.03.2015 - 22:50:

Liebe Fories,

seit langem versuche ich ein wenig mehr über meinen Urgroßvater Friedrich Oldenkott, *25.03.1883 in Bottrop, gerichtl. für + erklärt am 07.03.1921, herauszufinden. Bisher leider ohne Erfolg. Einziger Hinweis ist seine Nennung in den Verlustlisten des 1. WK, Publikation vom 05.11.1914 (Infanterie-Reg. Nr. 17, Mörchingen, Stab, I. u. III Batallion, 2. Komp., Chilly u. Moucourt, Zeitraum 24.9.-14.10.1914). Dort wird er als schwer verwundet angegeben. Lt. Unterlagen aus unserem Archiv, wurde er, wie oben genannt, 1921 vom Amtsgericht OB für tot erklärt. Unterlagen in der Familie existieren leider nicht.

Wie kann ich evtl. weiteres herausfinden, z.B. wo er genau gefallen ist?

Liebe Grüße und vorab bereits danke für Hilfe und Anregungen

Martina Seidel


Antwort von Deisterjäger am 22.03.2015 - 23:26
Moin Martina,

woher hast Du die Personendaten? In der VL steht als Geb.-Ort für
Oldenkott, Friedrich aber Sterkrade (Minden) und nicht Bottrop.
Hast Du dir schon mal die Regimentsgeschichte besorgt?

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von Martina Seidel am 23.03.2015 - 05:44
Guten Morgen Harald,

ok, die Frage ist berechtigt. Angaben stimmen aber. Ich habe die Geburtsurkunde meines Urgroßvaters vorliegen, er ist in Bottrop-Fuhlenbrock geboren, das grenzt an Oberhausen. Mit seiner Heirat ist er dann nach Sterkrade gezogen, hat hier 1 Tochter bekommen (meine Oma) und wurde dann 2 Jahre nach ihrer Geburt eingezogen. Daher die Angabe Sterkrade ... was allerdings nicht bei Minden liegt :).

Das es darüber eine Regimentsgeschichte gibt war mir nicht bekannt. Werde mal schauen, ob mir unsere Stadtbibliothek diese besorgen kann.

Aber, was finde ich da? Leider gibt es niemanden mehr, der mir auch nur ansatzweise etwas zu meinem Urgroßvater erzählen kann. Einzig überliefert in der Familie ist, das er nie aus dem Krieg zurückgekehrt ist, angeblich in/bei Frankreich gefallens ein soll und meine Urgroßmutter ihn 1921 hat für tot erklären lassen. Warum weiß auch niemand ... Rente?, vllt. doch irgendein Hinweis, das er gefallen ist ohne weitere Details?. Sie hat zwar wieder geheiratet, aber erst 1930, somit schließe ich aus, das er für tot erklärt wurde, damit sie wieder heiraten konnte. Evtl. vorhandene Unterlagen sind dann im 2 WK verloren gegangen, da sie ausgebombt wurden. Ich weiß von meinem Vater, das sie nichts als das blanke Leben retten konnten.

Daher meine Suche auf diesem Wege. Irgendwoher muss doch die Angabe in den Verlustlisten stammen und da habe ich mich halt gefragt, ob es vllt. doch noch eine Möglichkeit gibt was herauszufinden.

Übrigens DRK-Suchdienst, Volksbund etc. haben meine Anfragen alle negativ beantwortet.

Liebe Grüße

Martina

Antwort von LarsM am 23.03.2015 - 10:40
Hallo,
ich kann die Frage von Harald nach den Personendaten nachvollziehen.
Die Ortsangaben aus den Verlustlisten (VL) beziehen sich normalerweise auf den Geburtsort (!) und nicht auf den Wohnsitz zum Zeitpunkt des Ereignisses (hier: schwere Verwundung).
Auch wenn Urgroßvater Friedrich OLDENKOTT nach seiner Heirat nach Sterkrade gezogen ist, ändert das nichts an seinem Geburtsort und somit der Angabe in der Verlustliste.
Zumindest mir ist durchaus nicht klar, daß es sich um den am 25.03.1883 geborenen Friedrich Oldenkott handelt, da das Geburtsdatum in der Verlustliste nicht angegeben ist.

Soweit mir bekannt ist, wurden die in Fuhlenbrock Geborenen im Standesamt Bottrop registriert.
Sterkrade hingegen hatte ein eigenes Standesamt.
Ich nehme an, in Sterkrade wurde damals ein weiterer Friedrich OLDENKOTT geboren.
Du dürftest mit deiner Mutmassung bezüglich der Ortsangabe in der Sterkrade VL (Wohnsitz nach der Heirat) ziemlich falsch liegen.

Im Übrigen sind die Verlustlisten gerade bei Vermissten nicht die einzige Recherchemöglichkeit.
Schau bitte mal hier (Vermisstenlisten) > Hier klicken
Damit dürfte ein weiteres Puzzleteilchen vorhanden sein und sich die Bestellung der Regimentsgeschichte des IR 17 erledigen.

Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen,
Lars

Antwort von TYPXXI am 23.03.2015 - 11:00
Guten Morgen Martina,

Dein Uropa ist nicht einfach verschollen, sondern er wurde von der Bürokratie Preußen`s begleitet - daher gab es doch schon damals die strukturierten und sortierten Verlustlisten, über deren zeitliche Genauigkeit man streiten kann, aber:

Zumindest 1914 stimmten die Angaben zu den Einsatzgebieten NOCH recht genau, wenn auch die Mitteilung erst über 1 Monat später kam, dass mein Uropa "verwundet wurde" (Kopfschuss, Koma, nach einiger Zeit erwacht, Postkarte geschrieben "habe Kopfschuss, hoffe wird alles gut, gibt nichts Neues zu berichten" und darauf Hauptverbandsplatz, Lazarett und 3 Wochen später tot)

Es gab eine Spur in der preußischen Militärbürokratie, auch wenn die 1945 weitestgehend verloren ging.

Nehmen wir an, Dein Uropa war bei seiner Truppe, als er verwundet wurde, dann hatte er für den Fall einen besten Freund in seiner Kompanie, der 2. Kompanie, wie es scheint laut Deiner Einleitung.

Und er ist vor 24.10. verwundet worden, muss am 5.11. (Ausgabe der Verlustliste) nicht mehr gelebt haben. Bei uns taucht mein Uropa in der Liste vom 6.12.1914 auf, war aber bereits 1.11. verwundet und schon am 18.11. im Feld/Kriegslazarett verstorben, was in den Verlustlisten auch vermeldet wurde, das aber erst 15. Feb. 1915 - 3 Monate später.

Wenn er es bis ins Lazarett schaffte, so gab es dort in der Nähe Friedhöfe. Und die waren in seinem Fall TOP gepflegt und organisiert, Lazarett und Friedhof, denn die Hinterbliebenen erhielten bereits 1 Woche nach dem Tod die Post von seiner Kompanie mit den Hinterlassenschaften. Das Lazarett gab alles ans Regiment, das alles zur Kompanie, damit dann deren Spieß schreiben konnte vom "Feld der Ehre", aber nichts vom Schicksal oder der Verwundung an sich.

Das ist vielleicht auch bei Deiner Uroma geschehen; dagegen maf das etwas späte für tot erklären lassen sprechen.

Das dauerte bei meinem aber auch so 3 Monate.

NUR: Es soll auch Witwen gegeben haben, die den Verlust nicht verwinden konnten und so lange brauchten, bis sie den Geliebten für tot erklären ließen, sondern eben hofften ... so wie bei den Frauen nach dem 2. Weltkrieg, die von ihren im Ostfeldzug Vermissten bis zuletzt hofften, er käme noch aus russ. Gefangenschaft zurück.

Hast Du noch Kopien vom "für tot erklären lassen" und ist daraus ersichtlich, ob sie Dokumente von der Verwundung vorlegen konnte, als sie es veranlasste?

Es ist ziemlich sicher, dass Dein Uropa kein Heißsporn der Freiwilligen Schüler und Studenten war im Alter von 31 Jahren.
Demzufolge eher erwachsen und dann hat er für den Fall der Fälle vorgesorgt gehabt, einen besten Kameraden gehabt, der in dem Falle die Frau/Eltern/Freundin benachrichtigen sollte.
So war es bei meinem auch.

Der Benachrichtiger meldete sich auch, aber erst 2 Monate später, als die Schlacht(en) geschlagen war, und fragte die Hinterbliebene, ob ihr Mann noch lebe und was aus ihm nach seiner Verwundung wurde, wobei er die Story über die Verwundung etc. erzählte.

Klar, wenn das bei Deinem Uropa auch so der Fall war, so wird das im großen Brand verloren gegangen, bei Deinen Ahnen wie auch im preußischen Militärarchiv 1945.

Aber: Es kann irgendwo noch Tagebücher oder Briefe geben, worin der "Benachrichtiger" von seiner Aufgabe schrieb, wie schwer ihm die fiel und ... Der wusste doch meist auch nur von der Verwundung des Kameraden nebenan, aber bekam keine weiteren und koordinierten Infos vom Lazarett, sondern nur durch Bekannte oder Zufall und meldete sich irgendwann vorsichtig bei der Adresse, ob die etwas wüssten.

Es gibt also Ansatzpunkte in der Bürokratie, auch wenn die Unterlagen für Preußen`s Armee 1945 wohl verbrannte oder den Kriegswirren zum Opfer fiel. Das ist der offizielle Teil.

Der inoffizielle wurde in Veteranenvereinen gelebt, die Chroniken auch mit Gefallenen herausbrachten. Vielleicht hast Du Glück.

Jedenfalls funktionierten 1914 noch alle Abläufe und die Bürokratie lebte, so dass die Wahrscheinlichkeit höher liegen dürfte als in Zeiten der späteren Materialschlachten.

Und vergiss nicht: Er galt doch nicht als vermisst, oder ?!

Wenn Du wirklich finden willst, habe einen langen Atem und sei kreativ.


Mein Uropa fiel in Belgien und ich begann vor Monaten die Suche nach seinem ersten Grab, einem später in den 50ern umverlegten Soldatenfriedhof.

Am Ende fand ich "sozusagen" mehrere Fotos des Friedhofs. Irgendwie folgte ich der Intuition, als ich einen Namen auf den Kreuzen zu erkennen glaubte, der zwar falsch war, aber über den ich an den richtigen kommen und per Verlustlisten verifizieren konnte, wo dessen Einheit in der Zeit gewesen war. Es stellte sich heraus, dass er 3 Tage vor meinem Uropa verstorben war ... und damit war klar, dass der Uropa da nebenan gelegen haben musste, der einzige Friedhof in der Lazarettnähe. Und auch dieser 3 Tage vorher Verstorbene war in dem Lazarett gewesen.
Eine kleine Tafel am Fuß jeden Kreuzes beschrieb eine eindeutige Grablage, hier so etwas wie 170 oder 171.
Das Lazarett war gerade einen Monat alt, also gab es bis da so an die 180 Tote, 6 Gräber am Tag im Schnitt ... 13 - 15 Gräber weiter mein Uropa - links oder rechts davon lautete die Frage! Die Annahme war rechts davon.

Von da aus fanden sich "Heimatverbundene" in der Fremde, meines Uropas neuer und letzter Heimat nach 100 Jahren, oder damals auch Feindesland genannt. Die Heimatchronisten dort halfen freundlich. Sie waren es, die weitere Fotos beisteuerten und auf einem konnte ich sogar die Grabreihe 18.11. erkennen und den Beginn der Gräber der am 19.11. Verstorbenen. Diese Fotos datierten auch nicht aus 1940, sondern eindeutig aus ca. August 1915 aufgrund markanter Veränderungen des Friedhofs.

Hätte ich vorher genau gewusst und gesagt, was ich da suche, hätte jeder das für unmöglich und als Zeitverschwendung erklärt a la "100 Jahre altes Foto des Grabes oder der Grabreihe meines Uropa suchen"

So etwas kann, muss aber nicht, gelingen, jedoch gab und gibt es weit mehr Fotos als gedacht, denn damals waren Fotos ein kostbares Gut und kein Wegwerfartikel wie heute.

Also lass Dich nicht abhalten, wenn Du irgendwo zu hören bekommst, etwas gäbe es nicht oder es ginge nicht.

Mag sein, dass das am Ende wirklich nicht ging, aber dafür, weil Du Dich auf die Reise machtest, mag sich etwas anderes finden, was Dir später noch weit mehr bedeuten könnte als das Gesuchte, mit dem Du Deine Suche/Aktivitäten begannst.

Das wirst Du erst viel später und im Rückblick erkennen können, im Zweifel hast Du an Erfahrung und Erkenntnis gewonnen sowie ungeahnte Ausdauer bewiesen.

Ich pflege da immer auf Steve Job`s Rede in Stanford anno 2005 zur Verabschiedung des Jahrgangs zu verweisen, wo er erklärt, was seine schönste Zeit war und wie er die Welt entdeckte und wieso apple zu so schönen Schriften kam ... Er nennt es, wenigstens den Glauben an oder in etwas zu haben, aus dem es sich am Ende erklären können wird, warum etwas Schlechtes auch so gut für einen sein kann wie das Abbrechen eines Studiums. Und er erklärt, dass sich erst im Nachhinein abzeichnen wird, wofür etwas gut war, denn erst dann wird es sich zeigen und ihm kam es rückblickend so vor wie eine scheinbar perfekte Gerade, die seine für ihn einst chaotischen Punkte des Lebens verband und einen klaren SINN ergab. Diese rückblickende Feststellung bereits in jüngeren Jahren, dass sein Leben bisher doch am Ende Sinn gemacht hätte, gab ihm die Zuversicht und den Glauben an etwas und seinen Weg.

Keiner weiß zum Beispiel, wo die Briefe blieben, die Dein Uropa vor seinem Tode erhielt und wie einen Schatz bewahrt haben dürfte. Sicher wurde einiges vernichtet, später verbrannt, ... aber eine Menge taucht heute noch immer wieder auf und zwar in Auktionen oder bei Händlern.

Wer weiß, wer die Post einst an sich nahm.

Alles nur Beispiele, die nicht passen können, aber es mag dann noch andere geben, so dass Du etwas finden kannst. Kameradschaft und Freundschaft hatten damals einen anderen Stellenwert, alle waren enger bei einander, weshalb jeder über jeden schrieb und die Soldaten zu Hause im Brief anfragten, wem es wie gerade gehe und was es neues gebe, so dass Dein Uropa auch dort, in deren Korrespondenz seiner Freunde mit deren Eltern aufgetaucht sein könnte/dürfte wie bei meinem Uropa.


Mein Uropa hatte eine 10 Wochen Korrespondenz an seine Frau hinterlassen, die als vernichtet galt seit über 40 Jahren.
2013/2014 ist die vernichtete Korrespondenz fein säuberlich geordnet wieder aufgetaucht - sie war nur unterschlagen worden. Die Unterlagen hatte sich die jüngste Tochter meines Uropa bei seiner ältesten Tochter (meiner Oma) in den späten 60ern ausgeliehen, danach nicht zurückgegeben, sie vertröstet und meine Oma hingehalten, bis die jüngster Schwester "eines Tages" mit der Botschaft ums Eck kam, ein Hochwasser im Keller hätte alles, den ganzen Karton, vernichtet.

Damals fiel es noch keinem auf, aber heute wirkt es wie auffällig und komisch, wenn die Witwe des Gefallenen und deren älteste Tochter dieses Schatzkästchen durch die Wirren
* 2er Weltkriege
* 2er Währungsreformen
* 1er Depression
* einer polnischen, marodierenden Besatzungs Brigade unter britischem Schutz/Oberkommando
* über 50 Jahre

retten konnte, aber die jüngste Tochter den Karton dann wo aufbewahrt haben will?

Im Keller !?!


Wenn Du selber noch nicht einmal daran glaubst, etwas über Deinen Uropa zu finden, so wirst Du kaum etwas finden.

Wer, wenn nicht Du sollte dann noch etwas finden?

Wer, wenn nicht Du, wurde vielleicht - auch nur - dazu geboren, genau das zu tun, was Dich, warum auch immer, erst jetzt so bewegen mag: eine Suche nach ... !

Da Du den ersten Schritt gegangen bist, lass Dich nicht vom 2. abhalten. Wenn der erste Stein in der Mauer fehlt, so ist der Durchbruch doch nah - aus der Perspektive, die Grönemeyer einst so besang auf "bleibt alles anders" Ende der 90er Jahre.

"Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen
Genug ist zuwenig - oder es wird so wie es war
Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders
Der erste Stein fehlt in der Mauer
Der Durchbruch ist nah, der Durchbruch ist nah
Der Durchbruch ist nah
Kein Ersatz - Deine Droge bist Du, bist Du"

Du bist der Motor Deiner selbst.
Nur Mut, der erste Stein fehlt in der Mauer, sobald Du den ersten Schritt geschafft, das erste Neue (Detail) selber aus dem Dunkel des Hades ans Licht über Deinen Uropa bringen konntest.

Und das wird elektrisierend wirken, neue Energie freisetzen, so lange Du träumen kannst.
Wie Jobs zu sagen pflegte "stay hungry, stay foolish"

Glück auf!


WOLF

P.S.: Ich habe eine Dokumentation zu den Hintergründen und den Geschichten von meinem Uropa, seiner Reise nach Flandern, den Weg seiner Dokumente, seinen 2. Tod in der Vergessenheit (in den er gestürzt wurde mit der Unterschlagung der Dokumente, da alle Nachfragen im "wir haben ja nichts mehr von ihm" endeten), einen "Postkarten" Bildband und die ins Hochdeutsche übertragenen Inhalte der Korrespondenz, die darin erwähnten Namen und deren Beziehungen etc. ... und die schwierigen Suchwege und Irrwege auf der Suche erstellt. Es gab keine Gefechtsbücher etc. mehr und keine Geländekarten oder Vorstoßpläne, obschon mehr als 3000 Soldaten auf evtl. 3-4 km Frontbreite vorstießen. Die Einheit schien nur eine Spur der Toten hinterlassen zu haben, tauchte aber in keinem Korps und keiner Division auf und dennoch ließ sich das Gebiet, wo er verwundet wurde, eingrenzen, denn um`s Eck gedacht wusste wer noch, wo er unterwegs war?
Der Feind - und der hatte auch Karten seiner Truppen und der vermuteten Gegner aufgrund von Uniformen der Gefangenen und Toten, denn die Schulterklappen und Uniformen sprachen damals Bände. So kam ich an eine Karte des Gegners von einst und dessen Stellungen ... , so dass absehbar war, wo sie auf deren Vormarsch entlang Bahn oder Gleise auf die befestigten Stellungen treffen mussten. Denn zwischenzeitlich hatte ich Vorstoßrichtungen der vermutlich benachbarten Einheiten gefunden.

"Life is like a box of chocolates - you never know what you`re gonna get"

Antwort von LarsM am 23.03.2015 - 11:08
Hallo,
Entschuldigung, ich sehe gerade einen Fehler in meiner (etwas kürzeren Antwort).
Es soll anstatt >Ortsangabe in der Sterkrade VL< natürlich heissen: >Ortsangabe Sterkrade in der VL<.

Übrigens ist in der Vermisstenliste jenes Orval bei Montigny-Lengrain gemeint.

Gruß, Lars

Antwort von Deisterjäger am 23.03.2015 - 13:12
Martina,

so wie Lars schreibt, die Ortsangaben in den VL. bezieht sich im allgemeinen und den meisten
Forschern auch nachvollziehbar auf den Geburtsort. Was natürlich nicht heißen soll das Ausnahmen
vorkamen.

Wenn die Witwe/Hinterbliebene sich wieder verheiraten wollte benötigte sie eine Toterklärung, diese
mußte bei dem für den letzten Wohnort zuständigen AG beantrgt werden. Also würde ich dort mal vorsprechen.
Die Aufbewahrungsfrist im AG wird sicher schon abgelaufen sein so das sie Unterlagen in dem dafür zuständigen
Archiv aufbewahrt werden könnten.

Regimentsgeschichten sind mehr oder minder eine Quelle dafür wann und wo das Rgt. an einem bestimmten Ort war.
Als zweites haben viele der Rgt. eine Ehrenliste in dem Buch das über die Verluste auskunft gibt, aber auch hier
gibt es unterschiedliche Ausgaben.

Was natürlich die ganze Nachforschung durcheinander bringen könnte wäre wenn der Gesuchte nun durch die
Neuaufstellung eines Rgts. in ein Rgt. gekommen ist über das niemand etwas weiß. Es wurden ja während
des Krieges neue Rgt. gebildet und das geschah dadurch das man von bestehenden Rgt. einzelne Komp. abzog
um mit diesen Fronterfahrenen und den "Frischlingen" ein neues Rgt. zu bilden.

Leider sind die Kriegsstammrollen der preuß. Armee bei einem Bombenangriff auf Potsdam im Frühjahr 1945
vernichtet worden und somit fällt diese Sekundärquelle völlig weg.

Soviel wollte ich eigentlich nicht schreiben aber ich hoffe das es hilft.

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von Martina Seidel am 23.03.2015 - 14:04
Hallo zusammen,

erst einmal vielen vielen Dank für eure Rückmeldungen ...
... und vor allem für den Link von LarsM.

Damit alles auf "Anfang" :).

Ich hoffe, ich bin nicht falsch rübergekommen, gerade bei dir Harald. War nur erstaunt über die Frage, wo ich die Daten herhabe ... habe aber nicht im Ansatz damit gerechnet, das ich einem völlig falschen Pferd aufgesessen bin bezüglich "Friedrich Oldenkott aus Sterkrade/Minden".

Ich habe ja nichts anderes als die Geburtsurkunde meines Urgroßvaters und in dieser heißt er Oldenkott, geb. in Bottrop. Meine Oma (seine Tochter) heißt allerdings in ihrer Geburtsurkunde und Heiratsurkunde Aldenkott, was ein Übermittlungsfehler bei ihrer Geburt gewesen sein soll und der nie korrigiert wurde. Das und dass mein Urgroßvater vermisst wird seit dem 1 WK ist das Einzige, was ich bisher eruieren konnte. Habe meinen Vater mehrfach "ausgequetscht", ob seine Mutter ihm nie was erzählt habe, aber das Einzige, was sie wohl immer sagte war "ich habe keine Verwandschaft" ... Habe dann vor einiger Zeit beim DRK eine Suchanfrage aufgegeben mit negativer Antwort. Beim Volksbund bekam ich dann die Info zu Friedrich Oldenkott. Ich habe das nicht gegengeprüft, da ich von der Richtigkeit ausgegangen bin und bezügl. der Verlustliste davon ausgegangen bin, das dort sein letzter Wohnort genannt wurde.

Auch hatte ich hier im Archiv nach einer Sterbeurkunde gefragt und bekam eine maschinengeschriebene Zusammenfassung über die Todeserklärung, eine Sterbeurkunde existiert angeblich nicht. Auf Nachfrage, ob es in der Akte irgendwelche Unterlagen gäbe auf die sich die Todeserklärung stützt und ob ich eine Kopie haben könne, bekam ich nur zur Antwort, alles was vorhanden sei, könne ich der Zusammenfassung entnehmen ... :(

Daraufhin hatte ich dann versucht eine Kopie der Heirats-Sammelakte meiner Urgroßmutter zu bekommen, da sie ja 1930 ein zweites Mal geheiratet hatte. Ich hatte die Hoffnung, das es dort irgend einen Hinweis gibt. Da bekam ich dann zur Antwort, das es sowas nicht gäbe. Das was sie mir gegeben habe (diese Zusammenfassung) sei alles, was sie hätten ???. Ich zweifel das zwar immer noch an, aber da ich nichts anderes habe, hatte ich all meine Suche auf die paar Angaben dort oben gestützt ...

Eure Antworten lassen mich jetzt alles nochmal von Neuem betrachten. Vielen Dank dafür!!!

Dazu habe ich aber noch eine Frage, bevor ich mich wieder verrenne ... die Kriegsstammrollen sind vernichtet ... gibt es denn irgendwelche "Umwege", die mir weiterhelfen könnten an Informationen zu kommen? Wenn ich das richtig sehe, ging die Meldung damals ans ZNB, wo finde ich denn dazu noch Auskunft?

Liebe Grüße, herzlichen Dank für eure Mühe und bitte nicht böse sein, falls ich falsch rübergekommen bin. War nicht meine Absicht - bin froh über jede Hilfe die ich bekomme :)

Martina Seidel




Antwort von TYPXXI am 23.03.2015 - 14:20
Hallo Martina,

in Deutschland ist das Thema Sterbeurkunde oder Auskunft von den Standesämtern bekommen in der Regel kostenpflichtig geworden, weil wohl arbeitsintensiv, da es doch Langzeitarchive gibt, in die aber nur die Standesbeamten höchstpersönlich dürfen, um dann Hand anzulegen.

Um die Leute nicht zu verschrecken, hast Du evtl. nur die "kostenfreie" Schnellauskunft bekommen, weil die meisten Leute umfallen, wenn die deren Gebührenordnung bzw. Preis zu hören bekommen. Ich hatte jedenfalls damit am Rande zu tun, als ich nach dem Kameraden meines Uropas suchte, der die besagte Mitteilung "ist verwundet worden mit Kopfschuß" geschrieben hatte. Derjenige kam zwar aus einem Dorf von über 50km Entfernung, aber hatte seine Adresse angegeben.

Mich hat gewundert, dass meine Uroma scheinbar keinen Kontakt aufgenommen und geantwortet hatte bzw. der evtl. nicht mehr möglich war, weil auch gefallen, oder dass die Korrespondenz verloren ging. Derjenige könnte auch gefallen sein, aber erst 3 Jahre später.

Jedenfalls habe ich 2015 versucht, über die Adresse von 1914 eine Auskunft zu bekommen, was mir nur so weit gelang, dass ich am Ende die Preisliste kannte, aber auch keine Zusage, ob es überhaupt so jemanden in ihren Akten gab.

Bei der Gelgenheit erfuhr ich von den Hintergründen und Archiven bzw. Fristen so um die 70 Jahre, aber meist würde es länger aufbewahrt.

Einfach persönlich mit allen Papieren auf dem Amt erscheinen, denn dann wird die Ernsthaftigkeit des Anliegens sichtbar und das, was Du suchst, kann eingeengt werden.
Wird auf alle Fälle günstiger, als per Telefon oder Internet. Und bringe alles, was Du hast mit und nimm, wenn Du nichts hast, einen vollen Aktenordner mit irgendwas mit, auf den Du die letzten Infos oben drauf packst.

So sieht es nach mehr Interesse, Ernsthaftigkeit aus und falls derjenige weniger im Moment zu tun hat, erledigt er es sofort oder notiert es.

Nur: Es ist im Standesamt HOCHSAISON von wegen Hochzeit etc.

Du merkst, Du musst Dir alles erarbeiten und jedes Detail hinterfragen, denn nur dann bekommst Du verlässliche Daten und Fakten.


Viel Glück... weiterhin

WOLF

Antwort von Martina Seidel am 23.03.2015 - 14:44
Hallo Wolf,

ich bin hartnäckig - aber im hiesigen Archiv beißt man auf Granit. Die paar Angaben die ich habe sind nur meiner Hartnäckigkeit und Rennerei zu verdanken :).
Nur ein Beispiel: In der mütterl. Linie suchte ich die Geschwister meines Opas, alle in der Feldmark Holten/Oberhausen geboren. Auskunft im Archiv war - das war Amt Beeck, da müssen sie nach Duisburg. Also bin ich nach Duisburg gefahren und die haben mich nur fragend angeschaut und meinten, ich sei im falschen Archiv, das müsse alles in Oberhausen liegen, da die Feldmark Holten nach Oberhausen gehören würde. Sie haben sich aber - trotz das klar war, das ich falsch bin - die Mühe gemacht und mit mir vorsichtshalber alle Jahrgänge durchgeschaut. Also wieder zurück und das im hiesigen Archiv so vorgetragen ... Antwort war: Ach ja stimmt, dann muss ich mal gucken ... und schwupps hatte ich alle 13 Geburtsurkunden in Kopie - ach ja und nicht kostenlos, pro Urkunde (Kopie) 10 Euronen ... :). Auch die Zusammenfassung über die Todeserklärung meines Urgroßvaters gab`s nicht kostenlos - ist ja auch in Ordnung so. Es ist hier nur leider so, das man in nichts Einsicht bekommt (Findbücher etc., was in Bottrop z.B. möglich ist) und darauf angewiesen ist, die Auskünfte so hinzunehmen ... und ich bin immer dort vor Ort, da das Archiv für mich "um`s Eck" liegt.

Mal sehen, wie ich jetzt weiterkomme, ich muss es erst "verdauen" einem völlig falschen Pferd aufgesessen zu haben :).

Liebe Grüße

Martina


Antwort von Deisterjäger am 23.03.2015 - 16:23
Martina,

geh mal in die Suchmaske der VL und gib bei dem "Ort" Bottrop ein. Hier werden alle Einträge aus Bottrop aufgelistet. Suche dir dann den FN "ALDENKOFF" und den Eintrag vergleiche mal mit deinen vorliegenden Geburtsdaten.

Weiterhin viel Erfolg
Harald

Antwort von Deisterjäger am 23.03.2015 - 16:32
Martina,

freudige Nachricht.

Ich habe in der Vermissten-Liste Nr 58 / S. 4660 gefunden:

Friedrich Aldenkott, geb. 25.3.1883 Bottrop/Recklinghausen
verm. 7.3.1917 Orval,
5. Komp./Ldw.Inf.Rgt. 53
ZNB

Gruß
Harald

Was ich zum Ldw.Inf.Rgt. 53 finde suche ich dir raus

Antwort von Martina Seidel am 23.03.2015 - 17:27
Hallo Harald,

ja, nach deiner Anleitung habe ich ihn auch gefunden und weiter oben hatte LarsM schon die Vermisstenliste verlinkt, in der er auch steht und in der du ihn auch gefunden hast. Ich gestehe, mir ist es ein Rätsel, wieso ich das nicht selber gefunden habe bzw. bis jetzt nicht durch normales Suchen auf die Vermisstenliste komme, die LarsM oben verlinkt hat ... Das hätte mir eine Menge Kopfzerbrechen erspart.

Vielen vielen Dank ihr Lieben für eure Mühe!!!

Allerdings bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, das hier im Archiv irgendwas "hinterlegt" sein muss, denn so ohne weiteres wurde ja mein Urgroßvater sicher nicht 4 Jahre nach Vermisstenanzeige für tot erklärt vom Amtsgericht. Ich werde dort morgen wohl wieder nerven müssen.

Nochmal vielen Dank an alle Helfer und dir Harald für die Mühe, mir herauszusuchen, was du zum Regiment finden kannst!

Martina

Antwort von Deisterjäger am 23.03.2015 - 17:52
Martina,

dann solltest Du das mal mit dem FN klären.

Auf Grund seines Geburtsjahrganges 1883 gehörte dein Urgroßvater zur Ldw.
Er war bei Mobilmachung bereits 31 Jahre alt. Das Ldw.Inf.Rgt. wurde mit
Mobilmachung im Aug. 1914 in Wesel mit allen drei Btl. aufgestellt der 27. gem.
Ldw.Brig. unterstellt, die gehörte zur Hier klicken

In der Rgts.-Geschichte ist der Wehrmann Aldenkott namentlich erwähnt, Auszug an
dich per PN.

Gruss
harald

Antwort von Martina Seidel am 23.03.2015 - 20:33
Hallo zusammen,

vielen lieben Dank an alle, die mir geduldig geholfen haben - gerade weil ich anfangs total daneben lag mit meinen "Recherchen" :).

Ich habe heute mehr erfahren, als ich in 2 Jahren Suche herausbekommen habe ... damit lässt sich mehr als weiterarbeiten.

Danke auch an Harald für den Auszug aus der Rgts.-Geschichte ... das hat mich und vor allem meinen Vater "umgehauen".

Vielen vielen Dank nochmal an ALLE !!!

Martina

Ich möchte eine Email, wenn jemand was zu diesem Thema hinzufügt.

Kommentar/Antwort:

Name:

E-Mail Adresse:


Ich möchte meinen Namen/Email auf diesem Computer speichern.

Code-Zahl übertragen:  



Je nach größe der Bilder und Internetanbindung kann das Hochladen einige Minuten in Anspruch nehmen.
Aus diesem Grund bitte nur einmal auf "Antwort absenden" klicken, danke.
Erlaubt sind lediglich JPG-Dateien.




Antwort eingegeben? - Dann hier klicken :      

Ich möchte eine Email, wenn jemand was zu diesem Thema hinzufügt.

E-Mail Adresse:


Hier klicken :