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Forum : Westfront (1914-18)


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Fragen bezüglich der Einberufung und Ausbildung während des Ersten Weltkrieg
Abgesandt von amblevem am 23.01.2015 - 10:40:

Ich hätte da ein paar Fragen bezüglich der Einberufung und der Ausbildung während des Ersten Weltkrieg.

Vier von meinen 4 Grossonkel haben im ersten Weltrieg gekämpft :

-Delges Heinrich (13/04/1895 - 30/04/1918)

-Delges Christian (11/04/1896 - 26/09/1916)

-Delges Johann Heinrich Eligius (18/07/1897 - 22/01/1973)

-Velz Hilarius (04/10/1887 - 22/12/1914) Ref.

davon sind 3 gefallen.

Sie wohnten in Recht und Mürringen (damals Kreis Malmedy - Heute Belgien).

-In der Annahme das Sie sich nicht freiwillig gemeldet haben, wann wurden diese einberufen (Kann man das genau oder ungefähr sagen)??

-Wie wurde man benachrichtigt das man einberufen wird und wieviele Zeit im voraus?

-Wo mussten die Soldaten vom Kreis Malmedy sich melden und wo haben diese Ihre Ausbildung gemacht und wie lange dauerte diese?

-Was geschah nach der Ausbildung?

-Hilarius Velz (geb. 1887) hatte seinen Militär Dienst gemacht, was für eine Ausbildung musste er machen und wo?

-In den Verlustenliste steht Ref. vor Hilarius Velz, was bedeutet Ref.?

Danke


Antwort von Jens am 23.01.2015 - 11:06
Hallo,
schon mal kurz vorab, hier z. B. findest Du schon recht viele Antworten auf Deine Fragen: Hier klicken
Das "Ref." dürfte vermutlich ein "Res." sein und damit könnte dann wohl "Reservist" gemeint sein.
Gruß Jens

Antwort von Nemo am 23.01.2015 - 14:00
Hallo amblevem,
die Wehrpflicht begann für alle die nicht dem Landsturm angehörten mit Vollendung des 20. Lebensjahres.
Die Wehrüberwachung für den Kreis Malmedy wurde durch das Bezirkskommando Montjoie (Monschau) erledigt.
Unausgebildete Soldaten kamen im Krieg zunächst zur Ausbildung in ein Rekruten-Depot oder in eine Ersatzeinheit (z.B. Ersatz-Bataillon) des Regimentes bei dem sie später eingesetzt wurden.
Hilarius Velz war ein älterer Jahrgang. Dessen Militärzeit lag schon eine Weile zurück. Er war deshalb Reservist und ist vermutlich bei Kriegsausbruch (Mobilmachung) in ein Reserve-Infanterie-Regiment eingezogen worden. Es könnte das Reserve-Infanterie-Regiment Nr.29 gewesen sein. In diesem Regiment fanden sich viele Soldaten aus dem Raum Eupen-Malmedy-Aachen wieder. Es gibt dazu ein gutes Buch: Golgatha von Peter Schmitz. Es beschreibt den Einsatz eines Soldaten aus Eupen in diesem Regiment.
Gruß
Nemo

Antwort von amblevem am 23.01.2015 - 15:12
Danke an Nemo und Jens für eure Antwort,

-Den Link von Jens hatte Ich schon gelesen, sehr interessant. Aber da spricht man von der Wehrpflicht vor dem ersten Weltkrieg, « die Wehrpflicht begann für alle die nicht dem Landsturm angehörten mit Vollendung des 20. Lebensjahres » -----> war das auch gültig während des Krieges?

-Wo wurde entschieden im welchem Rekruten Depot oder welche Ersatz-Einheit man kam?

-Musste ein Reservist noch eine Ausbildung machen?

-Hilarius Velz war effektiv im Reserve-Infanterie-Regiment Nr.29.

-Danke für den Buch tipp!

Antwort von Nemo am 23.01.2015 - 15:38
Hallo amblevem,
die Landsturmpflicht gab es nur im Krieg, in Friedenszeiten war jemand der dem Landsturm nach der Musterung überwiesen worden ist vom weiteren Militärdienst befreit.
Ich weiß es nicht genau. Aber ich meine die Entscheidung wer wohin kam richtete sich nach dem vorher festgelegten Bedarf der Truppe und wurde durch das entsprechende Bezirkskommando ausgeführt. Kann mich da aber auch irren.
Ein Reservist ist ein Soldat der normalerweise seinen 2-3jährigen Wehrdienst abgeleistet hat. Er ist also ausgebildet.

Nemo

Antwort von amblevem am 23.01.2015 - 23:17
-Wurden die Soldaten während des Ersten Weltkrieges auch nach Vollendung des 20. Lebensjahres einberufen?

-Wie lange dauerte die Ausbildung für ein Musketier?


Antwort von Jens am 24.01.2015 - 01:20
Hallo,
zu Kriegsbeginn war der Zulauf von Kriegsfreiwilligen (in manchen Regionen) so stark, das die vielen Freiwilligen teilweise ablehnt und wieder Nachhause geschickt werden mussten.
Rekrutiert wurde meistens erst mal die Zwanzigjährigen, mit der Erlaubnis der Eltern war es aber auch möglich z. B. mit dem 16. Lebensjahr beizutreten.

Die Grundausbildungszeit erklärt sich z. B. anhand folgender Vita eines Kriegsfreiwilligen-Infanterie-Rekruten zu Kriegsbeginn:
- angehender Student (ohne militärische Ausbildung), Wohnort im Bereich des XVIII. Armeekorps.
- am 20.11.1914 als Kriegsfreiwilliger beim Rekruten Depot des Ersatz-Bataillons Inf.-Rgts. Nr.87 (XVIII. Armeekorps) eingetreten.
- am 9.2.15 ins Feld und am 12.2.15 beim Rekruten-Bataillon, Nouart (XVI. Armeekorps) angekommen.
- am 11.3.15 zur 10. Kompanie des Königs-Infanterie-Regiment 145 (XVI. Armeekorps) zugeteilt.
... Soldat blieb dann den kompletten Krieg beim Königs-Inf.-Rgt. Nr.145 (Entlassungsschein ausgestellt am 27.11.18).
Gruß Jens

Antwort von amblevem am 24.01.2015 - 09:16

Sehr interessant Jens, danke.

Ich nehme jetzt mal Delges Eligius "Lius" geboren den 18.7.1897. Er müsste dann ja einbezogen werden ab den 18.7.1917 wenn er sich nicht Freiwillig gemeldet hat, ist das richtig? Ich habe eine Feldposte die an Ihm adressiert ist, die am 1.11.1917 abgestempelt wurde. Es scheint mir das er im Reserve Infanterie Regiment 76 wahr (wenn Ich das alles Richtig lese). Wie kommt er den jetzt in einem RIR?

Antwort von amblevem am 24.01.2015 - 09:27
Habe vergessen die Feldpostkarte beizufügen...

 

Antwort von amblevem am 24.01.2015 - 09:32
Und habe mich vertippt mit dem RIR... Er war im RIR 74 (wenn ich das alles richtig lesen kann).

Antwort von Jan Vancoillie am 24.01.2015 - 10:43
Hallo,

Im Krieg wurde man nach und nach früher einberufen. Der erste Teil der Klasse 1917 (geboren 1897 bis September) wurde schon Februar-Mai 1916 einberufen.
Die Teilung der Regimenter (Reserve und Aktiv) während des Krieges war unbestehend. Aktive ausgebildete Rekruten die voll kv waren, wurden sowohl zu aktiven als zu Reserve-Einheiten geschickt.

Grüße aus Flandern,
Jan Vancoillie
Hier klicken

Antwort von amblevem am 24.01.2015 - 10:54
Dank U Jan. Ich bin auch Belgier. Kannst Du mir auch sagen wann die beiden anderen normalerweise einberufen wurden :

-Delges Heinrich (13/04/1895 - 30/04/1918)

-Delges Christian (11/04/1896 - 26/09/1916)

Danke

Antwort von Nemo am 24.01.2015 - 10:55
Hallo amblevem,
1917 -1918 gab es nicht mehr genügend Reservisten die ja alle ab der Mobilmachung eingezogen worden waren. Die waren inzwischen gefallen, verwundet oder in Gefangenschaft geraten. Also mußte man die Regimenter mit Männern auffüllen die für den Kriegsdienst geeignet waren. Da spielte es häufig keine Rolle mehr ob er ein 20jähriger Soldat, Reservist, Landwehr- oder Landsturmmann war.
Nemo

Antwort von amblevem am 26.01.2015 - 09:24
Vielen Dank für all die Infos

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