AGW 14-18 · Milex · Tavannes

Forum : Westfront (1914-18)


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Kriegsgefangene Projekt
Abgesandt von Jacques am 20.01.2015 - 20:03:

Lange Zeit wurden Kriegsgefangene in der Geschichtsforschung über den Ersten Weltkrieg fast völlig ignoriert, obwohl einer von zehn Soldaten im Laufe des Krieges in Gefangenschaft geriet. Der Gefangene, sehr wahrscheinlich immer auch als Feigling angesehen, wurde aus dem kollektiven Gedächtnis entfernt, das sich auf Vorstellungen von Opferbereitschaft und Kampfeswille gründete.
Über lange Zeit haben sich die Historiker hauptsächlich für die Kriegsschuldfrage und den Ablauf der Militäroperationen interessiert. Nach etwa zwanzig Jahren steht nun wieder der Mensch im Blickpunkt der vorliegenden Untersuchung, zuerst auf die militärische Geschichte fokussiert, dann auf die Geschichte des Kriegsteilnehmers selbst. Die Geschichtsschreibung hat den Kriegsgefangenen wieder in die Erinnerungskultur des Ersten Weltkrieges aufgenommen. Das Thema Gefangene, nunmehr im Mittelpunkt neuer Fragestellungen, wurde zuerst vom juristischen Standpunkt aus betrachtet, insbesondere durch die Arbeiten von Jean-Claude Farcy. Wenig bekannt, heute wie gestern, aber dennoch wichtig waren die Kriegsgefangenen in Hinblick auf die Entwicklung der humanitären Diplomatie, ein heikles Arbeitsfeld für die Politiker und Regierungsstellen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Die Auswirkungen der internationalen Übereinkommen am Ende des 19. Jahrhunderts, deren entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Lebensbedingungen der Gefangenen (Pflege, Arbeit, Post) und infolgedessen ein ausgeprägter Rückgang der Sterblichkeit in den Lagern, all das hat somit sehr viel Interesse an der Erforschung des Themas erweckt. Der Erste Weltkrieg machte die Wichtigkeit und die Schwierigkeiten der Kriegsgefangenenfrage erstmalig bewusst. Ihre Zahl, ihr Gesundheitszustand, die Dauer der Gefangenschaft brachten die streitenden Staaten dazu, während der laufenden Feindseligkeiten Abkommen zu schließen über die Behandlung, die Internierung in einem neutralen Land oder aber die Rückführung von Gefangenen in ihre Heimatländer. Die Erforschung der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen in französischer Hand während des Ersten Weltkriegs ist heute erst am Anfang, denn die Quellen sind lange nicht verfügbar gewesen. Mit der Wiederentdeckung der bislang unbenutzten Archivbestände, wie etwa des Nationalen Registers der Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg, ist es möglich, eine quantitative Analyse der tatsächlichen Bedingungen der Gefangenschaft durchzuführen. Bald werden Sie die ersten Antworten in einem Buch unter dem Titel „Außer Gefecht“ aus dem SPM Verlag (Editions de la Société Polygraphique Mang) finden. Das hier präsentierte Forschungsprojekt zielt darauf ab, das Nationale Register der Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg (das sich im BAVCC – Bureau des archives des victimes des conflits contemporains/Opferarchiv der aktuellen Konflikte – befindet) zu klassifizieren und zu benutzen. Ein Forschungsvertrag wurde dafür zwischen dem Centre Roland Mousnier (UMR 8596) und der Direction de la mémoire, du patrimoine et des archives (DMPA – Direktion für Erinnerung, Kulturerbe und Archivwesen) des Verteidigungsministeriums geschlossen.

Das Register mit ungefähr 450.000 Namenskarten wird uns hervorragende Daten zur Verfügung stellen, zur klaren Ermittlung von Personenbewegungen, regelmäßigen Wanderungen, Hauptgründen für die Sterblichkeit, Bedeutung der Rückholungen in die Heimat. Es wird einen neuen Blick auf ein Bild ermöglichen, das bis dahin durch den Zerrspiegel der bekannten Zeugnisse verformt war.

Hier klicken

Antwort von Jens am 21.01.2015 - 11:18
Hallo Jacques,
recht herzlichen Dank für Dein tolles Engagement und den ausführlichen Bericht zu diesem interessanten Projekt!
Ich wünsche weiterhin viel Zuspruch und Erfolg bei diesem tollen länderübergreifende Projekt!
Merci et cordialement,
Jens

Antwort von Eberhard am 13.02.2015 - 15:04
Hallo Jacques,

wie kann ich auf die Gefangenendatei zugreifen?
Kannst Du mir nähere Informationen hierzu geben.

Gruß Eberhard

Antwort von Jens am 14.02.2015 - 23:25
Hallo Eberhard,
Du kannst auch hier recherchieren: Hier klicken
Gruß Jens

Antwort von Eberhard am 16.02.2015 - 09:30
Hallo Jens,

diese Website kenne ich schon.

Ich habe inzwischen die Indexdatei gefunden.

Hier klicken

Aber wie komme ich an die weiteren Details?

Na vielleicht Antwortet der Jacques ja mal.

Gruß Eberhard

Antwort von Jacques am 07.03.2015 - 13:22
Dear friends,

As I stated in the Facebook page of the project, if you want to know information about a prisoner who is in the index, you must contact me by sending me a message (on this facebook page). It is unfortunately not possible for the public to have direct access to original records.
Gruß Jacques

Antwort von Eberhard am 08.03.2015 - 13:47
Hallo Jacques,

warum schreibst Du auf einmal in englisch???

Gibt es auch eine Internetseite zu dem Projekt?
( In Facebook möchte ich mich nicht anmelden! )

Ich suche nach Kriegsgefangenen der Stadt Essen,
die kann ich doch nicht alle einzeln anfragen.

Wenn die Daten nicht öffentlich zugänglich sind,
( wie z. B. in der Gen-Wiki Verlustliste I.WK )
ist das alles zu umständlich und nicht brauchbar.

Auch das IRK Genf hat seine Daten veröffentlicht.

Gruß Eberhard




Antwort von Jacques am 08.03.2015 - 16:44
Hallo,
I write in English because my German is not very good. A German friend translate my texts for the facebook page. As I stated in the project blurb, I can provide the contents of a file but not the card itself. The contents of a card generally consists in generalities of the soldier and all the changes in location since his capture until his release. This information does not exist in the records of the Red Cross.
Gruß Jacques

Antwort von Eberhard am 17.03.2015 - 09:57
Hallo Jacques,

es ist sehr schade, das diese Datenquelle
nicht allgemein und öffentlich zugänglich ist.

Gruß Eberhard

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