AGW 14-18 · Milex · Tavannes

Forum : Uniformen/Waffen/Ausrüstung (1914-18)


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Lange Max
Abgesandt von Roland am 03.01.2015 - 12:50:

Guten Tag,
weiss jemand von wo der Ausdruck für die 38cm Kanone ( lange Max )Kommt?

Viele Dank
Roland


 

Antwort von Thomas B. Umbacher am 03.01.2015 - 15:29
Hallo Roland,

immer est Wikipedia lesen ... :
"Mit dem Beginn des Stellungskrieges im Jahr 1914 wurde das Fehlen schwerer und überschwerer Artillerie auf deutscher Seite bemerkbar; zahlreiche Improvisationen entstanden in aller Eile. Den Umbau der ursprünglich für Schiffe vorgesehenen Geschütze für den Landeinsatz betreute der Vizeadmiral Maximilian Rogge, nach dem das Geschütz die Bezeichnung „Max“ erhielt."

Antwort von Deisterjäger am 03.01.2015 - 15:59
Moin Roland,

das Foto zeigt aber nicht das "Max"-Gerät, hierbei handelt es sich zwar
auch um eine 38 cm Schnellladekanone L/45 welches mit 50 mm Panzerplatten
verkleidet war. Von diesem gerät gab es 4 Stück welche zum Küstenschutz
in Flandern eingesetzt waren.

Die 38 cm Schnelladekanone L/45 "Max" war ein 38 cm Rohr L/45 das in ein
Schießgerüst eingelegt wurde, es konnte als Bettungs- oder Eisenbahn-Bettungs-
Lafette schießen. Hiervon gab es aber nur eine Batterie, die sächs. 38-cm Batterie
1050 welche aber auch erst im Oktober 1918 zum Einsatz kam. Für die Bettung
bedurfte es einer Grube von 12m Durchmesser bei 4m Tiefe.

Der Name "Max" war ein Deckname, so gab es noch Bruno, Theodor-Otto und Theodor Karl.

Antwort von Roland am 03.01.2015 - 18:07
Guten Abend,
besten Dank für die Antworten.
Gruss Roland

Antwort von th. ehret am 06.01.2015 - 19:56
Hallo,
Die Herkunft der Bezeichnung ist fraglich. M. Rogge wurde Direktor des Waffendepartements im RMA erst ab Oktober 1917 (Ehrenrangliste der Marine, s. 120). Die Zuteilung von Marine-Kanonen zum Heer began schon im August 1914.
Die Bezeichnung "lange Max" wurde schon früher benutzt. Siehe "Der lange Max vor Dünkirchen" in Friedrichsorter Kriegsbuch (F. Glatzer), sowie die im Jahre 1916 herausgegebene AK.
In der Liste der Decknamen für die Artillerie (Archiv BA-MA) erscheint die Bezeichnung "Max" für die 38cm Kanone erst im Jahr 1917.
Gruß,
th. ehret


 

Antwort von Roland am 07.01.2015 - 15:17
danke th.ehret für die Antwort.
gruss Roland

Antwort von Arnulf am 12.01.2015 - 22:03
@Thomas B. Umbacher:
Aus geschichtswissenschaftlicher Sicht ist Wikipedia bei Gott keine verlässliche Quelle, geschweige denn überhaupt eine Quelle!

Hier zeigt sich das mal wieder deutlich!

Antwort von Thomas B. Umbacher am 12.01.2015 - 22:59
@Arnulf
Nun ja, mal langsam ... Der Unterzeichner hat selbst Geschichte studiert. NATÜRLICH muss man Wikipedia mit Vorsicht genießen - das muss man jede mittelalterliche Urkunde aber auch (und sogar noch eher, da die eigenen Interessen hier oft noch ausgeprägter sind) ... :-)

Antwort von Arnulf am 20.01.2015 - 11:20
@Thomas:

Trotzdem klafft eine riesige Lücke zwischen Geschichte als Populärwissenschaft und Geschichte als universitäre Wissenschaft (wohlgemerkt ist meine Meinung vom heutigen Hochschulbetrieb alles andere als hoch).

Wikipedianer haben natürlich jeder immer irgendetwas "studiert", vorzugsweise Geschichte ("studiert haben" heißt hier im Klartext übrigens mehr als ein Sachbuch zu dem Thema gelesen zu haben, in dem mehr Text als Bildchen abgedruckt sind).

In erster Linie wird da stets an Dogmen festgehalten, die sich in der Populärwissenschaft seit langer Zeit halten, während sie in der tatsächlichen Geschichtswissenschaft längst widerlegt sind. Sprich: Wikipedia hängt der tatsächlichen Forschung, und zwar speziell der historischen, um Jahre hinterher.
Und versucht man dann einen Beitrag in diese Richtung zu verändern, wird das abgetan als nicht wissenschaftlich anerkannt oder (was mir am allerliebsten ist) verschwörungstheoretisch.
Dabei haben solche Personen meist keinen blassen Schimmer von tatsächlicher Geschichtswissenschaft, sondern halten Galileo, Guido Knopp und die Sonderausgaben des Spiegels zum Thema für aktuelle "Forschung", die natürlich sämtlichst (wie praktisch für eine Enzyklopädie!) zu einem Konsens gelangt ist (was sie aber natürlich NICHT ist, schließlich lebt Geschichte von den verschiedenen Betrachtungsstandpunkten).

Wikipedianer scheinen mir wie überfürsorgliche Eltern zu sein, denen weniger wichtig ist, WAS ihr Kind in der Schule lernt, sondern vielmehr WIE es dabei nach außen hin den Anschein erwecken kann, als kompetente Instanz zu wirken. Und dieses Kind wird so verteidigt, daß man leichter zwischen eine Sau und ihre Frischlinge gerät als in einen sog. "Edit war" (Editierungskrieg).

Zugegeben, ich HABE schlechte Erfahrungen mit Wikipedia gemacht, aber ich bin bei Gott nicht der einzige, dem dies aufgefallen wäre.

Nicht umsonst gilt Wikipedia nach wie vor (Gott sei Dank!) weder als zuverlässig noch als Sekundärquelle noch als zitierfähig.
Traurig dabei ist nur, daß dies im Allgemeinen bloß für Wissenschaftler gilt, während der gemeine Deutsche unheimlich viel auf sein Wikipediawissen gibt (mittlerweile mehr als auf die Meinung oder den Wissensstand eines "Gelehrten").

Nichts für ungut
Arnulf


P.S.: Ich möchte hier nicht als eingebildeter Akademiker rüberkommen, der unterscheidet zwischen Gelehrtem und Pöbel.
Tatsächlich könnte ich einen ähnlichen Text über die völlig unbegründete Selbstverliebtheit gewisser Historiker schreiben und das Universitäten schon lange nicht mehr das sind, was sie vorgeben zu sein, aber das war ja nicht Bestandteil der Diskussion.

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