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"Große Pakete gehen ab"
Abgesandt von Thomas am 02.02.2016 - 21:43:


Hallo

Ich habe eine Frage und würde mich sehr freuen, eine oder mehrere Antworten beziehungsweise Hinweise von euch zu erhalten.

Ich habe in einem Kriegstagebuch gelesen, das "Große Pakete gehen ab". Was kann das bedeuten?

Vielen Dank für eure Antwort.

Gruß
Thomas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 03.02.2016 - 04:21
Hallo Thomas!
Hört sich nach einem Angriff der schweren Artillerie an.
Gruß, Andreas

Antwort von LarsM am 03.02.2016 - 08:41
Hallo Thomas,

mit etwas mehr Informationen, z.B. in welchem Kriegstagebuch das steht, kann man auch etwas besser helfen.
"Große Pakete gehen ab" kann auch eine Sendung so genannter Liebesgaben bedeuten. Wenn das also in einem privaten Kriegstagebuch eines Rot-Kreuz-Angehörigen steht, würde ich diese Variante vorziehen.

Gruß, Lars

Antwort von Thomas am 04.02.2016 - 23:07


Hallo Andreas und Lars

Vielen Dank für eure Antworten. Das Tagebuch ist von meinem Urgroßvater und der war 1916 Kanonier, aber eigentlich mehr Munitionsfahrer im Bereich von Brieulles.

Ich überarbeite gerade dieses Tagebuch und habe tausende Fragen, auf die ich die Antworten suche und so sehr gern dieses Forum nutze.

Leider hat mein Urgroßvater immer nur Stichpunkte und Satzfetzen geschrieben, so dass es nicht ganz leicht ist. Aber es sind viele Fakten drin.

Vor dem Satz mit den "großen Paketen" schreibt er noch etwas von einer Gasmaskenüberprüfung, aber leider nichts weiter.

Mein Urgroßvater hat den Krieg überlebt.

Vielen Dank für weitere Hinweise.

Gruß
Thomas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 15:37
Das bekräftigt meine Vermutung.
Kanonier - Gasmaskenüberprüfung - große Pakete.
Eindeutig Beschuß mit schwerer Artillerie.
Kennst Du die Einheit Deines Urgroßvaters?

Antwort von Thomas am 06.02.2016 - 17:32

Hallo

Mein Urgroßvater wurde am 21.12.1915 als Kanonier in das 1. Rekrutdepot der 5. Ersatz-Batterie des 3. Königlichen Feldartillerie-Regiments 32 in Riesa eingezogen und fuhr am 09.03.1916 an die Westfront. Da war er wahrscheinlich der 192. Division (8. Königlich Sächsische) zugeordnet.

Er war mehrere Monate im Bereich Brieulles, Nantillois und Romagne-Sous-Montfaucon.

Er war in einem Lager bei Romagne-Sous-Montfaucon, als er das mit der Gasmaskenüberprüfung und den großen Paketen am 31. Juli 1916 schrieb. An diesem Tag hat er auch eine Bäckerei in Romagne-Sous-Montfaucon mit einrichten müssen.

Gruß
Thomas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 17:38
Hallo Thomas!
War er denn bei dem Feldart.Rgt.32 direkt oder bei einer Munitionskolonne?
Das Feldart.Rgt.32 hatte folgende Mun.Kol.:
leichet Mun.Kol. der I.Abt. (später Nr.818)
leichte Mun.Kol der II.Abt. (später Nr.1260)
Ab 1918 kamen die Kolonnen 284, 877 und 960 hinzu.

Das Regiment unterstand der 40.Inf.Div.
Die I.Abt. gehörte vom 7.11.15-März 1916 (leider da kein genaues Datum) der 117-.Inf.Div. unterstellt.

Antwort von Thomas am 06.02.2016 - 18:13

Hallo Andreas

Vielen Dank für die Antwort, das ist sehr interessant.

Er nennt folgende Namen in seinem Kriegstagebuch:

Brigadekommandeur General v. Kotsch
Regimentskommandeur Major Höfer
Abteilungskommandeur Major Verworner

Was bedeuten die Zahlen 818, 1260, 284, 877 und 960. Sorry, dass ich fragen muss.

Gruß
Thomas


Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 18:30
Hallo Thomas!
Die Nummern sind die Nummern der Munitionskolonnen, die dem Regiment zugeteilt wurden.
General v. Kotsch war vom 1.1.17-14.1.19 Kommandeur der 219.Inf.Div., vorher (noch als Oberst) Kommandeur der 192.Inf.Brig.
Major Höfer war zuletzt Kommandeur des Feldart.Rgt.192
Major Verwoerner war zu Friedenszeiten im Feldart.Rgt.28, zuletzt Kommandeur Feldart.Rgt.246.
Dann dürfte Dein Urgroßvater wohl doch während des krieges zum Feldart.Rgt.192 gekommen sein.
Dieses wurde am 1.3.16 aufgestellt und unterstand vom 11.3.16-11.6.16 der 192.Inf.Brig und seit dem 12.6.16 der 192.Inf.Div. (die Brigade wurde zur Division erweitert).
Die Munitionskolonnen des FAR192 waren:
I.Abteilung:
leichte Mun.Kol. der Ers.Abt./FAR12 (später Nr.275, dann Nr.1150)
II.Abteilung:
leichte Mun.Kol. Nr.276, später Nr.850
III.Abteilung:
leichte Mun.Kol. Nr.277, später Nr.1114, später kam noch nr. 1162 dazu.

Das klingt alles logisch. Bevor das Regiment aufgestellt wurde, gab es die Feldart.Abt.192 (1.9.15-10.3.16), sie wurde dann zum Regiment erweitert.
Das regiment war bis Anfang März bei Montcornet, ab dem 18.März bei Vouziers und Stenay und kam dann nach Verdun. Später bei Malancourt-Avocourt (bis August) und dann Fleury-Douaumont. Im Herbst dann an den Maas-Höhen und bei Bezonvaux.
1917 Verdun, 1918 an der Oise, St.Mihiel und in den Arhonnen


Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 18:46
Nachtrag.
Trotzdem gibt es Unstimmigkeiten.
Die Division war an der RFront bei Douaumont, die Kolonnen aber belegten die Orte Grand Failly, Petit Xivry, Longuyon, Revemont, Fermont, Montigny und Lery. Das ist alles recht weit weg von Romagne-Sous-Montfaucon

Antwort von Thomas am 06.02.2016 - 18:50
Hallo Andreas

Vielen Dank. Ich hatte leider noch einen Namen vergessen. Graf Vitzthum von Eckstädt wird auf Seite 93 des Kriegstagebuches als Divisionskommandeur genannt.

Mein Urgroßvater war an folgenden Orten_

- Riesa 21.12.1915 – 09.03.1916
- Chaumont-Porcien 11.03.1916 – 19.03.1916
- Zeltlager im Wald by Nantillois 21.03.1916 – 25.03.1916
- Barbara Lager im Wald von Brieulles 26.03.1916 – 27.04.1916
- Lager bei Romagne-Sous-Montfaucon 28.04.1916 – 09.08.1916
- Brieulles 10.08.1916 – 24.08.1916
- Warnimont 25.08.1916 – 07.09.1916
- Elisabeth-Lager nordöstlich von Azannes 07.09.1916 – 06.10.1916
- Eton 06.10.1916 – 08.10.1916

Am 14. März 1916 erfolgt in Chaumont-Porcien eine Besichtigung durch Generalmajor von Kotsch und anschließend eine Übungsfahrt mit den Pferdegespannen. Dies würde sehr gut zu dem von dir genannten Termin 11.03.1916 passen.

Ich habe bestimmt noch viele Fragen.

Vielen Dank für all die Hilfe.

Gruß
Thomas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 18:57
Es kann sich bei dem Grafen nur um Woldemar hndeln. Es gab mehrere Grafen dieses Namens.
Woldemar war vom 9.6.16-15.4.17 Kommandeur der 192.Inf.Div.
Das Barbara Lager war eine Ruhestellung der Artillerie (Die hl. Barbara war ja Schutzpatronin der Artilleristen).
Das passt also schon alles.

Antwort von Thomas am 06.02.2016 - 18:59

Hallo Andreas

Ja, denke ich schon.

Ich wünsche noch einen schönen Abend. Bis zur nächsten Frage.

Gruß
Thomas

Antwort von Ruhrpottpreuße am 06.02.2016 - 19:00
Immer gerne!!!!

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