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Dauer der Grundausbildung 1915
Abgesandt von Ingo am 24.11.2015 - 22:17:

Mein Urgroßvater wurde ca. im November 1915 (ungedient) eingezogen. Wie lange dauerte etwa damals die Grundausbildung eines Musketiers, bevor er an die Front kam?

Antwort von Ruhrpottpreuße am 25.11.2015 - 04:49
Hallo Ingo!
Ich denke, so genau kann man das nicht sagen. Im Kriege wurde ja alles ein wenig "schneller" an die Front verlegt.
Mein Großvater z.B. (Feldartillerist) wurde am 17.11.1916 zur Ersatzabteilung/Feldart.Rgt.84 nach Straßburg gezogen.
Am 4.3.1917 (also nach ca. 15 Wochen) kam er in das Rekruten-Depot hinter der Front der 7.Armee.
Dort bekam er dann den "letzten Schliff" vor den ersten Einsätzen.
In dem Rekruten-Depot war er bis zum 22.6.1917, also nochmal ca. 14 Wochen. Dann kam er zu seiner eigentlichen Einheit, dem Feldart.Rgt. 43.
Also vom Eintritt in die Armee bis zur Front dauerte es bei meinem Opa 7 Monate.Allerdings muß man sagen, daß Opa bei der Artillerie wahrscheinlich mehr technische Ausbildung genossen hat, als z.B. bei der Infanterie.

Ich habe noch einen anderen Militärpass (nicht aus meiner Familie), in dem folgende Stationen eingetragen sind:
Diensteintritt 3.5.1915 zum I.Ers.Btl./II.Rekr.Dep./Inf.Rgt.24
29.7.15 zum Res.Inf.Rgt.269
Verwundung am 22.9.15
D.h. in diesem Fall dauerte es von Eintritt bis zur Front gerade mal 6 Wochen.
Gruß, Andreas

Antwort von Jens am 25.11.2015 - 08:26
Hallo Ingo,
ich habe folgende Angaben aus der Familie zum militärischen Werdegang eines Ungedienten (angehender Student) und Kriegsfreiwilligen:
Dienstverhältnisse: am 20.11.1914 als Ersatz Rekrut (Musketier/Infanterist) bei einem Rekruten Depot (eines Infanterie Ersatz Bataillons) eingetreten.
Am 09.02.15 ins Feld (Westfront) zu einem aktiven Infanterie-Regiment versetzt, bei dem er auch den gesammten Verlauf des Krieges (iexkl. Verwundungen, Urlaub) verblieb.
Also ca. 2 Monate Infanterie-Grundausbildung bis es dann aktiv ins Feld bzw. an die Front ging.
Gruss Jens

Antwort von franz am 28.11.2015 - 11:48
Hallo,

auch noch ein Beispiel bezüglich meines Opas (Jahrgang 1895).
Er wurde als bis dahin Ungedienter am 22.06.1915 als Ersatz-Rekrut zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiment 123 (Württemberg) eingezogen. Die ersten Wochen verbrachte er seine Ausbildung wohl überwiegend an seinem Garnisonstandort Ulm und an den nahegelegenen Truppenübungsplätzen. Vom 30.9 bis 3.10.1915 bei der 1. Ersatz-Kompanie des Regiments in einen Rekrutendepot und dann ging es am 4.10.1915 zu 4. Kompanie des Grenadier-Regiment 123 zum Fronteinsatz in den Argonnen.
Das war wohl für die Kriegszeiten noch eher eine relativ lange Ausbildungszeit. Es kann wohl während des Krieges keine "Regelausbildungszeit" nenen, diese Zeit würde wohl während des Krieges je nach Situation und Bedarf aber immer eher kürzer. Eine Entwicklung dahingehend war auch die so richtig im Verlauf des Jahres 1915 aufgestellten FELD-Rekrutendepots meist nur einige Kilometer hinter der Front. Damit sollte die Ausbildung der jungen Rekruten weg von den heimatlichen Garnisonen näher an die Front verlegt werden. Zum einen sollte die Ausbildung dort von fronterfahrenen Offizieren und Unteroffizieren erfolgen und die jungen Soldaten konnten schon konkrete Aufgaben im unmittelbar rückwärtigen Bereich wahrnehmen und sich ans "Feuer" gewöhnen und letztlich waren sie die weiteren Reserve die im Bedarfsfall dann schnell an der Front auch ohne ausreichend Ausbildung die Lücken füllen müssten. So wird es gerade im weiteren Verlauf schon immer öfters vorgekommen sein, dass bei entsprechenden größeren feindlichen Angriffen und Offensiven mancher junge Rekrut nur ganz kurz in einen solchen Feld-Rekrutendepot ausgebildet wurde und dann gleich in die Schlacht "geworfen" wurde.

Gruß
Franz

Antwort von Ingo am 29.11.2015 - 21:02
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Leider hat sich bei uns kein Wehrpass erhalten. Eine Rekonstruktion erfolgte nur grob an ein paar Grußkarten. Sicher ist nur, dass er rund sechs Monate nach Diensteintritt im Herbst 1915 an der Somme verwundet wurde. Von diesen Monaten abgerechnet die Ausbildung, wäre eine grobe Abgrenzung des Beginns seines Frontdienstes.
Nochmals vielen Dank.
Viele Grüße
Ingo

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