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SOLDBUCH
Abgesandt von TYPXXI am 19.03.2015 - 00:55:

Hallo zusammen,

wie war das im 1. Weltkrieg mit den persönlichen Dingen von gefallenen Soldaten, denn mir fiel auf, dass von der Front kein Soldbuch zurückgeschickt wurde und nur ein kleiner Mark Betrag.

Gab es damals kein Soldbuch?
Gab es damals keine Ausweispapiere oder Hundemarke?
Wie konnten 3,47 Mark und dann nochmals 87 Cent als getrennte Beträge vom Lazarett angeführt werden - oder ist Cent etwas ein Wert hinter den 3,47 also ein 3,4787?

Ich wusste nicht einmal, dass es im Kaiserreich Cent gab.

Danke

WOLF

Antwort von Nemo am 19.03.2015 - 10:20
Hallo TYPXXI,
zu Deinen Fragen:
Ja, es gab Soldbücher
Ja, es gab Ausweispapiere (Militärpässe)
Ja, es gab Hundemarken (Erkennungsmarken)

Vermutlich war der Gefallene in Belgien im Einsatz. Dort gab es im Krieg auch noch die Landeswährung mit denen sich die Soldaten etwas kaufen konnten. Im Kaiserreich bezahlte man mit Mark und Pfennig.

Gruß
Nemo

Antwort von fuchsi am 19.03.2015 - 10:47
Hallo Wolf,
Hallo Nemo,

mit den Erkennungsmarken bin ich mir nicht so sicher, ob auch jeder schon am Anfang welche hatte. Zumindest gab es keine einheitliche Regelung. 1917/18 hat es bestimmt anders ausgesehen.
Grüße
fuchsi

Antwort von Jens am 19.03.2015 - 14:49
Hallo zusammen,
hier noch etwas zu den Erkennungsmarken (Quelle: Kraus "Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907-1918"):
"Erkennungsmarke: Zur Identifizierung der im Gefecht verwundeten oder gefallenen Soldaten wurde bei der Mobilmachung
Erkennungsmarken ausgegeben, die jeder Soldat an einer Schnurr um den Hals oder an der Brust zu tragen hatte. Nach der
Kriegs-Sanitäts-Ordnung von 1878 sollte die aus Zinkblech bestehende Marke eine ovale oder rechteckige Form mit zwei
Löchern für die Schnur haben. Auf den Marken war die abgekürzte Bezeichnung des Truppenteils (des Regiments, darunter
die des Bataillons oder Kompanie) sowie die Nummer der Kriegsstammrolle eingeschlagen. Die Erkennungsmarken wurden
schon im Frieden vorbereitet und bei Kriegsbeginn ausgeteilt. In Form und Abmessung gab es verschiedene Versionen. …."
Gruß Jens

Antwort von fuchsi am 19.03.2015 - 17:36
Hallo Jens,
Danke sehr.
Auf die "nicht einheitliche Regelung kam ich, weil ich hier eine kleine Sammlung von EK und Bruchstücken des LStBat. Meschede habe. Da sind auch zwei dabei, die wahrscheinlich aus Messing sind un d mit Bleistift beschrieben. Auf einer ist noch gaaaaaaaaaaanz schwach so etwas wie ein Buchstabe zu erkennen. Leider ist mein Foto nicht ganz einsatzmäßig. Eine ist auch aus Aluminium.
Grüße
fuchsi

Antwort von Jens am 19.03.2015 - 18:18
Hallo Fuchsi,
es gab eigentlich schon ein "einheitliche Regelung" der Erkennungsmarken zum 1.WK, aber (fast jährlich) irgendwelche "Variationen".
- M14: Vor- & Nachname, (Rang), Einheit, Stammrollen-Nummer sehr selten, da sie wohl im Verlauf des Krieges gegen neuere Marken ausgetauscht wurden).
- M15: Vor- & Nachname, Wohnort, Geburtstag; Einheit, Stammrollen-Nr. Hier klicken
(bis Modell 1916 mit zwei Löchern für Schnur, ab M16 teilweise mit Vorder- & Rückseite und in der Mitte drei Aussparrungen für Sollbruchstelle)
- M16 & M17: Vor- & Nachname, Wohnort, Geburtstag; Einheit, Stammrollen-Nr.: Hier klicken
M17: Vor- & Nachname, Wohnort, Geburtstag; Einheit, Stammrollen-Nr. aber mit drei Löchern für Schnur: Hier klicken

Zinkblech war eigentlich der "offizieller Standart", aber es gab auch privat angefertigte Erkennungsmarken (gerade bei Offizieren) z. B. aus Messing, diverse Metalle, versilbert, etc. … .
Gruß Jens

Antwort von TYPXXI am 19.03.2015 - 18:26
@Nemo

BINGO - er war in Flandern, Belgien

Es dürfte also seltsam sein, wenn von einem von der Front ins Lazarett gebrachten und 3 Wochen später verstorbenen alles nach Haus geschickt wird außer dem Soldbuch, oder?

Er war übrigens bei Bewusstsein, weil er nochmals schrieb und Kameraden davon berichteten, dass er ihnen sehr klar vorkam.

Ehering etc. ist alles aufgeführt, aber nicht das Soldbuch. Alles an Papieren und Briefen von ihm ist über das Jahrhundert aufbewahrt worden.

Die Erkennungsmarke war sicher preussisches Militäreigentum, wurde nicht zurückgeschickt.

Danke an alle

WOLF

Antwort von Jens am 19.03.2015 - 18:40
Hallo Wolf,
dann kannst Du evtl. auch mal in die Verlustlisten reinsehen: Hier klicken … oder Dich beim Volksbund dazu erkundigen: Hier klicken
Gruß Jens

Antwort von TYPXXI am 19.03.2015 - 19:03
Hallo Jens,

vielen Dank, da war ich schon und auch erfolgreich bei der Suche, das ist alles geklärt.

Nur die Post vom Regiment mit all seinen Habseligkeiten führte kein Soldbuch auf, was mich verwunderte, weil das einst als das Heiligtum von Soldaten galt.

Andere Randfrage off topic:

Wenn in den 1950ern der Volksbund einen Soldatenfriedhof "umbettete", wurde das seinerzeit fein säuberlich dokumentiert von WO auf dem alten Friedhof er kam?

Wir haben alte Aufnahmen des Jahres 1915 und dazu mit seiner vermutlichen Grabreihe, wissen also die Lage aller am 15.11. im Lazarett Verstorbenen recht genau und haben gleichfalls so kleine Tafeln an jedem Kreuz identifizieren können mit den Nummern, so dass uns eine "Nummer 186" sofort vor Augen führen würde, wo er lag.

Danke Jens

WOLF

Antwort von fuchsi am 19.03.2015 - 21:10
Danke Jens.

Antwort von Rainer am 21.03.2015 - 12:39
Hallo,

kurzer Kommentar zu den nicht zurück geschickten Soldbüchern im WK 1.
Im Wehrpass des WK 2 meines Onkels steht zum "Soldbuch" WK 1 nur "eingezogen; Flieger Ablg. Brieg, Unteroffizier ". Offenbach am Main, 17. Febr. 1938 .
Gruß
Rainer/Kassel

Antwort von TYPXXI am 21.03.2015 - 14:02
Hallo Rainer,

das klingt doch mal spannend, aber was wird damit gemeint?

Ist das der Vorgang am 17.2.1938, dass es da eingezogen worden ist

oder

wird am 17.2.1938 lediglich festgestellt, dass es bereits - wann auch immer - schon eingezogen wurde.
Vielleicht kannst Du das aus dem Kontext entnehmen, was damit gemeint war. Jedenfalls bist Du der erste und noch einzige, der davon berichtet.

Danke

WOLF

Antwort von Rainer am 22.03.2015 - 11:44
Hallo,

also im Wehrpass meines Onkels steht das in meiner letzten Nachricht in Gänsefüssen stehendes. Mein Onkel hat sein "Soldbuch WK 1" nach 1918 behalten und es benutzt um in der Reichswehr in die "Reserve" aufgenommen zu werden. Er hat im Verwandtenkreis erwähnt, dass er wieder als Flieger aktiv werden wollte ( wegen Arbeitslosigkeit nach 1918 !). Dies war nicht so - er wurde als Grafiker bei der Fa. Klingspor in Offenbach eingestellt; hat ein eigenes Alphabet erfunden und wurde 1929 arbeitslos ( Weltwirtschaftskrise ). Danach hat er sich selbsständig gemacht und als Hitler anfing, seine Wehrmacht aufzubauen ist er zur Luftwaffe ( Reserve) gegangen; dabei war ihm sein WK 1-Soldbuch dienlich. Im WK 2 wurde er aber nicht mehr aktiver Flieger.... .
Gruß
Rainer
PS Ich kannte einen Offizier ( + ), der im WK 2 Flieger war, dann in der DDR lebte und vor 1961 in die BRD kam, aber sein Soldbuch WK 2 in der DDR liess; dies schmuggelte seine Ehefrau in den "Westen" und so hat er auf Anraten meines Vaters sich bei der neuen Bundeswehr wieder beworben und wurde dank seines nun vorhandenen Soldbuches als Kapitänleutnant bei den Fliegern wieder eingestellt.




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