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Forum : Andere Kriegsschauplätze (1914-18)


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Die Schlacht von Lodz und das RIR 232
Abgesandt von Wolfgang am 29.05.2015 - 22:00:

Ich bin auf der Suche nach dem Schicksal des Ltn. Karl-Gustav Boschan vom RIR Nr. 232. Auf der Habenseite die pr. VL. 129 und 185 sowie die Verlustliste des RIR 232 nach Erich v. Bartenwerffer: Hier klicken
Dazu noch den Karl von Wulffen, „Die Schlacht bei Lodz“ ( Hier klicken ), der dies aber doch vor allem aus der Sicht der 3. Garde-Infanterie-Division betrachtet.
Soweit ja alles recht informativ und umfangreich, ich wäre froh, so viel in anderen Fällen zu haben.
Dennoch habe ich so meine Probleme hierbei. Schaut man sich die Bartenwerffer-Listen an, fallen zwei Orte für den betreffenden Zeitraum auf. Boschan fiel wie etliche andere des Regiments am 24.11.1914 in Wszeling, zahlreiche andere starben aber selbst im Zeitraum Dezember 14 bis mindestens Mai 15 in einem Ort namens Ruda. Ein Dorf namens Ruda ist auf der Karte des westlichen Rußland (KdwR_E35_Pabianice_1914_400dpi.jpg, leicht zu googlen) südlich Lodz leicht zu finden, aber dort Kämpfe über einen so langen Zeitraum?
Noch schwieriger wird es beim Sterbeort von Boschan, dem Datum nach sollte das RIR 232 wie das gesamte XXV. Reservekorps bei den Kämpfen um Brzeziny eingesetzt gewesen sein. Leider habe ich den Bartenwerffer nicht komplett da, so daß ich da im Moment nicht weiterkomme. Allerdings sind auf den Karten für Brzeziny und drumrum keine Orte verzeichnet, die auch nur so ähnlich klingen wie Wszeling. Also WO lag dieses Nest?
War da vielleicht ein Lazarett, da ich glaube, auch einen unter dieser Ortsbezeichnung als „gestorben“ verzeichnet gesehen zu haben?
In Brzeziny gibt es einen alten evangelischen Friedhof, auf dem scheinbar auch eine Anzahl gefallener jener Tage liegen. Existiert irgendwo eine Liste der dort Gefallenen? Kann jemand helfen?

Wolfgang

Antwort von Deisterjäger am 30.05.2015 - 00:01
Moin,

dann gib mal ein "Wszeliwy"

Antwort von Jens am 30.05.2015 - 09:11
Hallo,
laut Gefechtskalender der 50. Inf.-Div. lag das RIR232 Hier klicken um Okt./Nov. 1914 in Stellungskämpfe bei Grajewo-Wizajny: Hier klicken
Gruß Jens

Antwort von Wolfgang am 30.05.2015 - 09:13
Danke, wäre denkbar. Aber so weit nördlich am 24.11.? Das ist ja noch weit hinter Lowicz. Ich dachte, das XXV. läge zu der Zeit bei Brzeziny? Zumindest sagen das auch die Karten aus dem Wulffen...

Antwort von Wolfgang am 30.05.2015 - 09:20
Dank auch an Jens, aber für den 24.11. weist die zweite Stelle wie von mir bisher auch gedacht denDurchbruch bei Brzeziny aus, auch die unter der ersten Stelle angegebene alte Postkarte zeigt "Kämpfe um Lodz", also liegt mir das von Deisterjäger angegebene Wszeliwy viel zu weit nördlich.

Antwort von Jens am 30.05.2015 - 09:34
Hallo Wolfgang,
genaueres wirst Du vermutlich über die Regimentsgeschichte (für 1914 Teil 1) erfahren, die kannst Du Dir z. B. per Bibliotheks-Fernleihe besorgen.
Erich v. Bartenwerffer, Alfred Hermann: "Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 232 in Ost und West", Erinnerungsblätter Preußen, Oldenburg 1927, Verlag Stalling, Teil I mit 120 Seiten; Teil II mit 275 Seiten.
Gruß Jens

Antwort von Patrick S am 30.05.2015 - 12:12
Hallo !

Regimentsgeschichte des RIR 232
Karte zu den Kämpfen des Regiments November Dezember 1914
Auszug aus der Karte

Eindeutig für den 24.11. angegeben

Wszeliwy
Skowroda
Tretki

Gruß

Patrick


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Antwort von Deisterjäger am 30.05.2015 - 12:29
Moinsen,

zu der RG, im Teil 1 sind die Karten und im Teil 2 ist die Ehrenliste.
Hier dürftest Du die RG Teil 1 kaufen können.

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von Deisterjäger am 30.05.2015 - 12:32
Hab den Link vergessen

w w w.military-books.de.vu

Tschuldigung

Antwort von LarsM am 31.05.2015 - 07:58
Hallo zusammen,

im Teil 1 der Regimensgeschichte ist der Weg des RIR 232 ganz gut beschrieben.

Der Ort Wszeliwy wurde ja schon gefunden, zum anderen Ort (Ruda) kann ich nichts beitragen, da das genaue Datum nicht genannt wird.
Er war möglicherweise nicht in der Nähe von Wszeliwy, weil in der Zeit bis 1915 hinein Bewegungskrieg herrschte.
Da ging es ziemlich flott voran und der Weg des RIR 232 führte nach Süden.

Vielleicht hat "fuchsi" noch weitere Informationen.
Das spielte sich ja quasi vor seiner Haustür ab.
Ich denke, er wird sich melden, wenn er diese Anfrage liest.

Gruss,
Lars

Antwort von Patrick S am 31.05.2015 - 08:16
Hallo !

Also zum Ort Ruda weißt die Regimentsgeschichte des RIR 232 eine Karte aus die wie folgt betitelt ist :

Stellungskrieg an der Rawka Dezember 14 bis Mai 15
Mittendrin in der Karte das bekannte Ruda

Anbei auch einmal per Google Earth der Ort Ruda. Oben Links auf der Karte ist Lowicz

Gruß

Patrick


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Antwort von fuchsi am 31.05.2015 - 10:49
Hallo Freunde,
- Die Karte aus der RG zeigt erindeutig, dass sich das Regiment geteilt hatte. Das III. marschierte über Wszeliwy-Szkowroda-Tretki (müsste Trepki" heißen) nach Zychlin. Das II. direkt nach Zychlin. Bei "Tretki" sind zwei Hauereien eingetragen? Wie heißt der Ort?
@Wolfgang
Die Anfangsphase der Lodzer Operation war von sehr viel Bewegung gekennzeichnet. Zweck war die Aufrechterhaltung des Überraschungseffektes. Während Marschleistungen von 30 km normal waren, gab es in der Lodzer Operation Ausnahmeleistungen von 60 km am Stück. Summasummarum: In zwei Tagen 80 km war nichts ungewöhnliches. Die angegebenen Entfernungen stimmen also.
- Ich war gestern in Wszlewiwy und werde heute gleich nach Bolimow ausrücken - aber alles mit dem Auto :-)
Grüße

Antwort von Deisterjäger am 31.05.2015 - 11:04
Moin fuchsi,

immer wieder schön von dir zu lesen vorallem so kompetent. Das ist der Vorteil wenn man so wie Du vor Ort lebt. Ich mekde mich mit PN, habe eine Überraschung parat. Kannst dich schon mal warm anziehen.

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von fuchsi am 31.05.2015 - 11:10
Falls es Jemand interessiert....

Bilder vom aktuellen Geschehen auf FB -
"Karl Fuchs Gostynin" da teile ich dann immer wieder mal was....

Grüße

Antwort von fuchsi am 31.05.2015 - 11:29
@Wolfgang
Im Park von Wszeliwy war ein? Lazarett und auch ein Friedhof - beides nicht mehr vorhanden.

@Harald
Die Nächte sind kalt......also immer warmes Zeugs dabei. Überraschungen sind immer gerne gesehen...beleben das Geschäft und die Laune.

Grüße

Grüße

Antwort von Wolfgang am 31.05.2015 - 21:26
Danke an alle, besonders auch an Günter, die Hinweise von vorort sagen mir, die Zeit lieber in Ilow zu verbringen und dort zu schauen, ob nicht doch noch was auf den Grabplatten zu entziffern ist.

Wolfgang

Antwort von fuchsi am 31.05.2015 - 21:55
Hallo Wolfgang,
Du bist immer gern gesehen. Lege Deine Reisezeit bitte so, dass ich sie für Dich nutzbringend vorbereiten kann.
In Ilow kann man auch nichts mehr lesen.....die Betonplatten sind zu sehr ausgewittert. Ich kann ihn auch nicht in meiner "Ilow" und Wszeliwy Liste" finden. Dort habe ich aber nur die erfasst, welche bis Februar 15 als gefallen oder im gestorben gemeldet sind. Danach bin ich ich "abgestorben" Falls Du die Notierung bei den Hand hast.........? Boschan = 23 x notiert.
Grüße

Antwort von fuchsi am 01.06.2015 - 09:40
Hallo Wolfgang,
eventuell kriege ich die Bilder von Ilow dran...

Grüße
fuchsi


   

Antwort von Wolfgang am 01.06.2015 - 19:44
Danke Günter,
nein, Ilow ist eine andere Baustelle, Karl-Gustav Boschan`s Grab dürfte in Wszeling gewesen sein und heute nicht mehr existieren. Verletzte wird man damals auch nicht so weit transportiert haben, wenn er nicht gleich gefallen ist. In Ilow starb Kurt Thielemann vom RIR 52 am 6.12.14 im dortigen Lazarett, der dürfte dort im Wald mit bestattet worden sein.
Auch wenn man viele Namen nicht mehr direkt lesen kann, so hoffe ich doch, anhand des zu suchenden Namens zumindest erahnen zu können, ob der Stein noch zu finden ist. Ich melde mich, wenn die Route im August genau feststeht.

Wolfgang

Antwort von fuchsi am 01.06.2015 - 20:04
Hallo Wolfgang,

falls Du NUR kommen willst, um Namen zu suchen - schade um Dein Geld und Deine Zeit. Das haben Andere schon vor Jahren versucht.
Dein Thielemann hat die Nummer 325 von bisher von mir ermittelten 332 in Ilow gefallenen, gestorbenen und höchstwahrscheinlich auch dort bestatteten Kriegern. In einem älteren polnischem Forumsbetrag wurde die vermutliche Anzahl mit 420 angegeben. Woher die kommt habe ich bisher nicht nachvollziehen können.

Ich hoffe, dass die Seite kommt:

Hier klicken

Das sind die 7 Namen, die schon vor Jahren abgelesen wurden. Mehr werden es beim besten Willen nicht.
Ich begleite Dich gern, Du musst mir auch kein Geld geben dafür. Mich kann man nicht kaufen ;-).
Für mich spielen zwei Tage keine Rolle. Es dürfen nur keine anderen Termine dazwischen kommen.
Bleibe gesund

Antwort von fuchsi am 09.06.2015 - 19:32
Hallo Wolfgang,
erschrocken? Entschuldige.
Ich wollte Dich nicht ausladen.

Grüße
fuchsi

Antwort von Wolfgang am 10.06.2015 - 21:12
Ach fuchsi, so schnell bringt mich nichts aus der Ruhe, ich war nur die letzte Zeit ein wenig anderweitig beschäftigt, um meinen Scanner zu quälen, dem Tauschhandel sei Dank, mit besten Grüßen an Patrick. Eher habe ich ein Problem mit der Routenplanung, der Polenbesuch ist ja "nur" ein Nebeneffekt meiner Baltikumsreise, und dann sind die Urlaubstage schon rar und alles will opimiert sein. Da hab ich gleich noch eine weitere Frage, Gabin liegt doch fast gleich neben Ilow, weißt Du, ob es irgendwo im Netz so was wie eine Namensliste der dort Bestatteten gibt? Bisher hab ich immer nur den selben Grabstein als Bild gefunden, wie sieht der Friedhof dort insgesamt aus?

Beste Grüße

Wolfgang

Antwort von fuchsi am 10.06.2015 - 21:52
Hallo Wolfgang,
-Optimierung: Deswegen hatte ich das so klar gesagt.
- Gombin/Gabin hat keine Namensliste, da es nur den einen Stein gibt. Es gibt dazu auch unterschiedliche Aussagen. Im Regionalgeschichtswerk "Dzieje Gabina i okolice" gibt der Autor 101 bestattete deutsche Krieger an. Unsere Geodäten haben ca. 140 Grabhügel ausgemacht. Ich habe aus den Verlustlisten bisher 31 zusammen gesammelt.
Gestern hatte ich ein kurzes Gespräch mit dem Gabiner Bürgermeister. Die Zeichen für das in Ordnung bringen sehen sehr gut aus. Die Vorbereitungen fangen an, vor 2016 wird es aber nichts, da der Woiwode das Geld geben muss. Erst kommt meiner in Gostynin dran, der ist schon in der Projektphase.
Eventuell klappts es terminlich, würde mich freuen.
Günther Fuchs, alias fuchsi

Antwort von fuchsi am 10.06.2015 - 22:09
Hallo Wolfgang,
versuche zwei Bilder anzuhängen:
Das eine zeigt den Überrest vom Hauptdenkmal.
Das andere das Zentrum des Friedhofes. Das Kreuz von Buchholtz ist rechts auf gleicher Höhe(nicht sichtbar), am Waldrand haben sich Grabhügel erhalten.
Grüße
fuchsi


  

Antwort von Wolfgang am 11.06.2015 - 20:51
Danke Günter!
Von Lomza kommend, ist doch der Orz-Bach halbwegs auf der Strecke. Welche Friedhöfe existieren da noch bei Goworowo und wie ist der Zustand da? (Ehe die Rückfrage kommt, Seeber, 2.Garde-Reserve-Reg. 04.08.1915)
Grüße

Wolfgang

Antwort von fuchsi am 11.06.2015 - 21:42
Hallo Wolfgang,
kenne ich selbst nicht, aber hier sind zwei benannt:
- Hier klicken

-
Hier klicken

Grüße
Günther

Antwort von Wolfgang am 11.06.2015 - 22:07
Danke, hilft mir schon weiter...
Wolfgang

Antwort von Deisterjäger am 14.06.2015 - 08:41
Moin Wolfgang,

hattest Du dir die RG "RIR 232" schon besorgt, ich habe mir jetz beide Teile eingescannt.
Zusätzlich die Karten als PDF-Datei und die Ehrenliste extra herausgezogen. Gegen eine Gebühr
von 20,00 Euro gebe ich bei Bedarf eine Kopie davon ab.

Gruss vom Deisterrand
Harald

Antwort von Wolfgang am 25.06.2015 - 21:51
Danke für die bisherigen Hinweise, besonders an Fuchsi für die letzten zwei Links, das hilft mir sehr weiter. Eine Nachfrage dazu. Wie vollständig ist die Aufzählung dort? Nachdem ich mich mit viel Mühe durch das polnische gearbeitet und hoffentlich auch verstanden habe, weiß ich wenigstens, was mich jeweils dort erwartet. Dennoch ist für mich unlogisch, daß etwa von den Kämpfen der Winterschlacht Februar 1915 kaum Friedhöfe existieren sollen. Wenn ich anhand der Regimentsgeschichten der LwIR 24 und 48 deren Weg verfolge, kommt nach Prasznysz auf dem weiteren Weg nach Osten/Nordosten erstmal fast nichts. Wo sind all die vielen Toten von Ende Februar 1915 geblieben? Über Dutzende von Kilometern wird man die doch nicht abtransportiert haben, Bartniki ist zu weit weg. Gerade im Raum Drazdzewo-Przytuly waren laut der Regimentsgeschichten viele Kämpfe, wo sind die dabei Gefallenen geblieben?

Wolfgang

Antwort von fuchsi am 25.06.2015 - 22:08
Hallo Wolfgang,

brutal gesagt: In der Erde.
Hier sind die Einflüsse der Zwischenkriegszeit(Übernahme durch den poln. Staat) und des 2. WK maßgebend.

Grüße

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