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Forum : Andere Kriegsschauplätze (1914-18)


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Feldbäckerei 1915
Abgesandt von Kurt am 23.05.2014 - 19:28:

Hallo Forum,
ich habe eine Postkarte von meinem Großonkel vom 03.07.1915 auf der Vorderseite steht
" Res. Bäck. Kol. 5 I. Schicht II. Zelt" und
auf der Rückseite als Absender
R. Bäck. C5 III. Res. A.K. 6. Res. Div.
und im Stempel K.D.Feldpostamt I. Reservekorps 47a
Ich bin auf der Suche nach dem Truppenteil und dem damaligen Standort.

Vielen Dank für Eure Bemühungen
Kurt

Antwort von Andreas am 24.05.2014 - 10:20
Hallo Kurt!
Einen genauen Standort zu bestimmen, ist unmöglich, da es ja nur eine Bäckerei-Kolonne war, die dem Train unterstellt war.
Ausschlaggebend ist die Benennung der 6.Res.Div.
Diese war in dieser Zeit (vor den Aufmarsch am 14.Juli) westl. von Popeljany.
S. Karte: 6.R. (6.Res.Div.)
Gruß, Andreas


 

Antwort von Kurt am 24.05.2014 - 12:24
Hallo Andreas,
vielen Dank für die Antwort, dass schränkt das Suchgebiet ein. Gibt es Informationen darüber in welcher Entfernung die Feldbäckereien hinter der Front zurück lagen?
Eine weitere Frage zu der Postkarte, welcher Zeitraum wird wohl zwischen Aufnahmetag und Ausgabe an die Soldaten gelegen haben.
Folgender Hintergrund, auf meiner Postkarte ist von der Umgebung nichts zu sehen, aber bei eBay
Art.331176427376 ist vor kurzem eine Postkarte vom gleichen Tag angeboten worden, auf der der Teil eines Kirchturmes zu sehen ist, nun versuche ich damit den Ort zu finden. Kontakt mit dem Bieter wurden leider nicht beantwortet.

Gruß Kurt

Antwort von Andreas am 24.05.2014 - 12:51
Hallo Kurt!
Da die Versorgung mit Brot sehr wichtig war, wurden die Bäckerei-Kolonnen aus dem Staffelstab herausgenommen. Die Tagesleistung einer Kolonne deckte ungefähr den Bedarf einer Division pro Tag, so daß die Kolonne unweit der Division gestanden haben sollte. Die Mehlversorgung kam von der Etappe. In der Regel standen die Bäckerei-Kolonnen an Orten, die leicht zu erreichen waren und wo evtl. auch Magazine aufgestellt werden konnten.
Ein Armeekorps hatte zwei Feldbäckerei-Kolonnen. Eine Kolonne hatte zwei Züge zu drei Sektionen, zusammen 12 fahrbare Feldbacköfen und 12 Gerätewagen. Die Tagesleistung betrug innerhalb 24std 23.000 Portionen.
Nur wie weit in Kilometern die Bäckereien hinter den Divisionen standen, ist mir leider nicht bekannt.

Antwort von Rainer am 24.05.2014 - 13:02
Hallo Kurt,
interessante Sache; auch für mich, da ich Referate über diese Zeit in Ostpreußen mal gehalten habe; dazu ist ein Modell in 1:160 als Anschauungsobjekt entstanden; dort stand unweit einer mobilen deutschen Funkanlage auch ein Bäckereizug, der fechtende Truppenteile versorgte.
Bei Interesse sende ich mal Fotos.
Gruß
Rainer

Antwort von Kurt am 24.05.2014 - 13:32
Hallo Andreas,
vielen Dank, jetzt habe ich eine Vorstellung über die Tätigkeit einer Feldbäckerei.
Hallo Rainer,
an den Bildern habe großes Interesse.

Es wurden im Krieg ja viele Fotos von den Einheiten erstellt und als Postkarten dann an die Soldaten verteilt oder verkauft.
Sind damals reisende Fotografen unterwegs gewesen,
wurden die Postkarten vor Ort oder Zentral hergestellt und gibt es Informationen über die ungefähre Zeitspanne zwischen Aufnahme und Auslieferung?
Gruß Kurt

Antwort von Rainer am 24.05.2014 - 15:26
Hallo Kurt,

von einem Flieger, der an der Ost- wie an der Westfront Spezialist für Fotografie = Aufklärung, ... , war, kann ich bestätigen, dass die Negative sehr schnell belichtet ausgewertet und an die entspr. Stellen schnellstens weiter gegeben wurden. Mit den Postkarten - solche liegen mir auch von dem Flieger vor - war es ähnlich; anders jedoch bei Postkarten, die zum Verkauf angeboten wurden. Entweder aus Freigaben der Zensurstellen, oder aus sog. privaten Fotolaboren der Soldaten "nach Dienstschluss" ( s.o. ). Man denke auch an die "Aufgaben" der Propagandastellen!
Gruß
Rainer

Antwort von Andreas am 24.05.2014 - 18:36
Noch eine Frage zum Absender:
" Res. Bäck. Kol. 5 I. Schicht II. Zelt" und
auf der Rückseite als Absender
R. Bäck. C5 III. Res. A.K. 6. Res. Div.
und im Stempel K.D.Feldpostamt I. Reservekorps 47a

Ich komme mit dem III.AK nicht klar. Es wurde in der Regel nie Res.AK abgekürzt, sondern entweder Armeekorps oder Reservekorps.
Gehört die III zum Res.Korps oder noch zur Bäckerabteilung? Würde die Karte gerne mal sehen.
Gruß, Andreas

Antwort von Kurt am 24.05.2014 - 19:03
Hallo Andreas,
anbei die Bilder
Gruß Kurt


  

Antwort von Andreas am 24.05.2014 - 19:14
Hallo Kurt!
Vielen Dank für die Bilder!
Das dachte ich mir... Es heißt nicht III.Armeekorps, sondern II.I., Also gehört die II noch zu der Bäckereibezeichnung (II.Zelt) und die dritte I. dann zum Armeekorps. , in diesem Falle Reservekorps. Das AK hat der Absender fälschlicherweise geschrieben. Die 47a bezieht sich auf das Datum. Gestempelt am 4.7. Das a ist nur eine postalische Bezeichnung.

Antwort von kurt am 24.05.2014 - 20:01
Hallo Andreas,
ich habe hier noch einmal den Absender vergrößert,
da der Punkt unter der III oder II.I. vielleicht erst später entstanden ist, im Gegensatz zu der anderen Schrift grenzt er sich sehr scharf ab?
Ich habe mal mit beiden Variationen gegoogelt
und finde nur das "III. Reserve-Korps 6. Reserve-Division"
Hallo Rainer, vielen Dank für die interessanten Fotos.

Gruß Kurt


 

Antwort von Andreas am 24.05.2014 - 20:55
Hallo Kurt!
Ich habe nochmal nachgeschaut.
Der Gefechtskalender des III.Res.Korps sagt zu der fraglichen Zeit:
18.12.14-16.7.15: Schlacht an der Rawka-Bzura.
In dieser Zeit gehörte die 6.Inf.Div. auch diesem Korps an! Allerduings wurde im April 1915 die Hälfte der Division abgegeben.
Das Problem sehe ich in dem Absender und in dem Poststempel.
Der Poststempel ist vom 4.7.15. Das I.RK war bei der Njemen-Armee. Das III.RK allerdings zu der Zeit bei der 9. Armee

Antwort von Georg am 24.08.2014 - 04:11
Also was die Beschriftung an geht, steht da auf jeden Fall eine römische III, keine II.I, wie Andreas meinte. Der Stempel dagg. sagt I.RK, und der dürfte ausschlaggebend sein, wenn man wissen will, wo sich die Einheit wirklich befand.

Diese Unstimmigkeiten könnten vllt. auch daher kommen, dass dem Mann diese Zugehörigkeiten selbst nicht hundertprozentig klar waren. Wenn seine Division bis April noch zum III. RK gehört hatte und er zu dem Teil gehörte, der jetzt mit dem I. RK unterwegs war, könnte es ja sein, dass das für den einfachen Bäcker alles relativ verwirrend und er aus bloßer Gewohnheit immer noch das III. Korps nannte, obwohl das gar nicht mehr zutraf. Genau wie er die technisch nicht ganz richtige Bezeichnung "Res. A.K." benutzt. Die Division, zu der er gehörte, war ja dieselbe wie immer, an den faktischen Unterstellungsverhältnissen, die der Bäcker an seinem Einsatzort mitbekam und die er kannte, hatte sich nichts geändert, er hatte ja seinen Truppenteil nicht gewechselt. Von daher liegt es nahe, dass er aus Gewohnheit bei der alten Korps-Nr. blieb, ohne groß darüber nachzudenken.

Dass die Karte tats. aber vom I. R.K. versandt wurde, belegt ja der Stempel.

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